Fahrverbote in Tirol: Bewohner wollen keine Blechlawinen mehr

Fahrverbote in Tirol: Bewohner wollen keine Blechlawinen mehr
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Ferienzeit ist Reisezeit. Doch diese Reise könnte umständlich werden. Zumindest, wenn man durch Tirol in Österreich fährt. Denn für Durchreisende gilt hier ab diesem Wochenende ein Fahrverbot auf Landstraßen.

Auf diese Weise sollen endlose Blechlawinen der Vergangenheit angehören. Denn bisher haben Touristen diese Strecken oft als Ausweichrouten benutzt, um beispielsweise einen Stau zu umfahren oder um Mautgebühren zu vermeiden.

Entlastung für Dörfer

Vor allem die vom Transitverkehr betroffenen Dörfer auf der Strecke zwischen Deutschland und Italien sollen so entlastet werden. Besonders in der Hauptreisezeit ziehen sich lange Autoschlangen über die Landstraßen und sorgen für Lärm und reichlich Abgase.

Das Fahrverbot umfasst den Zeitraum vom 22. Juni bis zum 14. September, jeweils am Wochenende von Samstag 7 Uhr bis Sonntag 19 Uhr und gilt für den gesamten Verkehr, ob Auto, Lastwagen oder Motorrad. Von der Sperrung nicht betroffen sind Anwohner der angrenzenden Dörfer und Autofahrer, die nach Innsbruck müssen.

Aktuelle Infos auf Navis

Damit Reisende nicht trotzdem von ihren Navigationsgeräten auf diese Straßen geleitet werden, wurden die Navi-Betreiber über die neue Regelung informiert. Markus Widmann von der Polizei Tirol ist zuversichtlich, dass „bei auftretenden Staus auf der Inntal- oder Brennerautobahn, die Navis die Berechnung so durchführen werden, dass die gesperrten Straßenzüge dann nicht als Ersatzrouten für die Reisenden ausgewiesen sind.“

Elektronische Anzeigetafeln sollen an den Autobahnausfahrten auf die Sperrungen hinweisen. Dazu gehören alle Ausfahrten im Großraum Innsbruck, sowie insgesamt drei Abzweigungen auf der Inntal- und der Brennerautobahn.

Kontrollen an Ausfahrten

Grundsätzlich darf jeder Urlauber aber diese Autobahnen verlassen. Die Polizei will an den Ausfahrten Kontrollen durchführen und Reisende, die unterwegs zum Brenner sind, zurück auf die Autobahn leiten.

Wie die österreichischen Beamten Mautflüchtlinge von Anwohnern unterscheiden will, liegt im Ermessen der Polizisten vor Ort. Jährlich fahren nach Angaben der Tiroler Wirtschaftskammer über 11 Millionen Pkw und 2,5 Millionen Lkw über den Brenner.