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Sea-Watch-Drama: deutsche Kapitänin in Italien festgenommen

Sea-Watch-Drama: deutsche Kapitänin in Italien festgenommen
Copyright REUTERS/Guglielmo Mangiapane
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Von Euronews
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Weil sie mit Dutzenden Migranten an Bord einen italienischen Hafen angefahren hat, ist die Kapitänin des Rettungsschiffs Sea-Watch 3 in Italien festgenommen worden. Ihr droht Abschiebung oder Haft.

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Die Kapitänin des Migrantenrettungsschiffs Sea Watch 3 ist in Italien festgenommen worden, für sie wurde Hausarrest angeordnet. Gegen die 31-jährige Carola Rackete wird wegen Verletzung des Seerechts ermittelt und wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung. Auch Widerstand gegen die Staatsgewalt wird ihr vorgeworfen – damit drohen ihr bei Verurteilung mehrere Jahre Haft.

Die Sea-Watch 3 hatte Mitte Juni 53 Migranten auf dem Mittelmeer aufgenommen, durfte sie aber nicht in Italien an Land bringen. Kurz zuvor hatte Italiens Regierung die Regeln für die Helfer auf See verschärft. Das unerlaubte Einfahren in italienische Gewässer kann mit hohen Strafen geahndet werden.

Das seien Kriminelle, es sei eine Kriegshandlung, kommentierte Italiens Innenminister Matteo Salvini die Einfahrt in den Hafen, bei der das Schiff auch ein Boot der italienischen Finanzpolizei rammte. Die junge Frau werde ihre Zeit im Gefängnis absitzen oder nach Berlin abgeschoben.

Rackete hat sich bei der Finanzpolizei für das Rammen des Bootes entschuldigt. Meine Absicht war, meine Mission zu erfüllen, natürlich nicht, euch zu rammen», sagte sie laut Nachrichtenagentur Adnkronos.

Unterstützung bekam Rackete aus Deutschland. Bundesaußenminister Heiko Maas erklärte, Seenotrettung sei eine humanitäre Verpflichtung. Von Vertretern der Grünen und Linken kam Lob für das Verhalten der Schiffsführerin. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, sprach von einer Schande für Europa, weil eine junge Frau verhaftet worden sei, weil sie Menschenleben gerettet habe.

Nach mehr als zwei Wochen auf See durften zahlreiche Migranten das Schiff in Italien schließlich verlassen. Wie es für sie weitergeht, steht noch nicht fest. Mehrere Länder, darunter Deutschland, hatten zuvor in Aussicht gestellt, Migranten von der Sea-Watch aufzunehmen.

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