EU-Top-Jobs: Die Kandidaten im Profil

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(Fotó: REUTERS/Piroschka Van De Wouw)
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Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen könnte die erste Frau an der Spitze der Europäischen Kommission werden. Ihr Name tauchte am Dienstag für viele überraschend auf der Liste möglicher Kandidaten auf, doch ihr Werdegang ist eindeutig europäisch geprägt. Geboren in Brüssel, spricht die 60-Jährige fließend Englisch und Französisch. Ihr Vater war als Kabinettschef in den Fünfziger Jahren in der Europäischen Kommission tätig.

Seit 2005 gehört die ausgebildete Ärztin der Bundesregierung von Kanzlerin Merkel an, zunächst als Familien- und später als Arbeitsministerin, ehe sie 2013 das Verteidigungsministerium übernahm - ein Amt, in dem sie wegen diverser Skandale zuletzt unter Druck geraten war.

Michel folgt auf Tusk

Am 1. Dezember soll der belgische Ministerpräsident Charles Michel die Nachfolge von EU-Ratspräsident Donald Tusk antreten. Er gehört der Fraktion der Liberalen an und hat sich einen Namen als guter Vermittler gemacht - eine Eigenschaft, die bei der Arbeit mit 28 Staats-und Regierungschef hilfreich sein wird.

2014 formte er in Belgien eine Koalition mit Nationalisten, die Ende 2018 zebrach. Zur Zeit ist er geschäftsführend im Amt, bis sich eine neue Regierung gefunden hat.

Lagarde wird oberste Währungshüterin

Ein prominentes Gesicht soll die Führung der Europäischen Zentralbank übernehmen. Christine Lagarde, zur Zeit noch Chefin des Internationalen Währungsfonds, wird Mario Draghi auf dem Posten des obersten Währungshüters beerben.

Die gelernte Anwältin und ehemalige französische Finanzministerin übernahm 2011 den IWF und gilt als krisenerprobt. Sie übernahm eine zentrale Rolle in der EU-Staatsschuldenkrise. Die erste Frau an der IWF-Spitze wird auch die erste Präsidentin der EZB werden.

Ein spanischer Außenminister

Kandidat für den Außenbeauftragter der EU wird der derzeitige spanische Außenminister Josep Borrell. Der 72-Jährige Sozialist ist seit den Siebziger Jahren in der Politik aktiv und auch in Brüssel ein alter Bekannter. Von 2004 bis 2007 war er Präsident des Europäischen Parlaments.

Von 2010 bis 2012 Präsident des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz. Borrell stammt aus Katalonien und war einer der schärfsten Kritiker des Unabhängigkeitsreferendums von 2017.