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Provence: Fotofrevel im Lavendelfeld

Provence: Fotofrevel im Lavendelfeld
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Ein romantisches Erinnerungsfoto mitten im Lavendelfeld, was kann daran denn so schlimm sein? Ganz einfach, es zerstört die kostbare Pracht.

Seit Mitte Juni blüht die berühmte Hochebene von Valensole. Touristen aus aller Welt fallen wie Heuschrecken über die Lavendelfelder her und richten beachtlichen Schaden an.

"Wir versuchen natürlich, nichts zu zerstören, das ist schließlich Kulturerbe", versucht eine junge Frau zu entschärfen. "Wir machen doch nur Fotos", fügt eine Touristin hinzu, die sich in gelbem Satinkleid zwischen den Stauden verewigen lässt. Die Leute sprängen einfach über die Pflanzen, beklagt eine ältere Frau. "Die haben hier nichts zu suchen. Es tut mit im Herzen leid, wie der Lavendel danach aussieht. Das ist ein Problem."

Die Lavendelfelder sind Privateigentum. Familie Angelvin besitzt 120 Hektar Land seit vier Generationen. Gegen Touristen habe er eigentlich nichts, sagt Rémi Angelvin. Dennoch hat er einen Zaun errichtet, zur Abschreckung. "Ein kleiner Lavendelzweig, hier und da, das geht schon. Aber wenn sie mit ganzen Sträußen abziehen, hört der Spaß auf und man muss ihnen sagen: Sie befinden sich auf einem Privatgrundstück. Ich komme doch auch nicht zu Ihnen und pflücke Ihre Blumen!"

Andere Lavendelerzeuger auf der Hochebene von Valensole sind derselben Meinung. Dennoch will man sich nicht völlig abschotten. Schließlich geht es ums Geschäft, diverse Lavendelprodukte stehen zum Verkauf.

"Ich sage mir, die Touristen kommen doch nur zwei Monate im Jahr, um die Felder zu bestaunen", meint Lavendelerzeugerin Ambre Peyrani. "Die Felder sind wunderschön und bis nach China bekannt."

Der Ruhm hat eine Kehrseite. Deswegen der eindringliche Appell an Besucher: Bitte nicht die Felder zertreten! Schon bald wird der Lavendel geerntet. Dann ist der violette Zauber wieder vorbei - bis zum nächsten Jahr.

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