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50 Jahre Mond-Landung: Die Rede, die Nixon (zum Glück) nie halten musste

50 Jahre Mond-Landung: Die Rede, die Nixon (zum Glück) nie halten musste
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NASA/Handout via REUTERS
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Sie schrieb Geschichte: Doch die erfolgreiche Apollo 11-Mission hätte auch ganz anders verlaufen können.

Die Welt erinnert sich am 50. Jahrestag der Apollo-Mission gern an die ersten Schritte der Menschheit auf dem Mond, doch sie hätte auch gut schief gehen- und in einer Katastrophe enden können.

William Safire, Redenschreiber von US-Präsident Richard Nixon, hatte eine bereits eine Disaster-Rede vorbereitet - für den Fall, dass die Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin nie wieder die Erde erreichen würden.

"Andere werden in ihre Fußstapfen treten..."

Die Rede, die Nixon glücklicherweise nie halten musste, wurde in den 1990er Jahren vom Autor und Journalisten James Mann entdeckt. Die ergreifenden Worte waren hoffnungsvoll, wenn man die potenzielle Katastrophe, die sie beschreiben sollten im Hinterkopf behält.

Sollten Armstrong und Aldrin nicht vom Mond zurückkehren enthielt die Rede zudem die Anweisungen, dass "der Präsident jede der zukünftigen Witwen anrufen sollte".

"Durch ihre Forschung haben sie die Menschen auf der ganzen Welt dazu inspiriert, sich eins zu fühlen, durch ihr Opfer knüpfe sie die Bande der Menschheit enger zusammen", schrieb Redenschreiber Safire.

"Andere werden in ihre Fußstapfen treten und ihren Weg zurück nach Hause finden. Die Suche des Menschen wird nicht verleugnet werden. Diese Männer waren die ersten und sie werden in unseren Herzen bleiben."

Durchaus real: Risiko des Scheiterns

Frank Borman, der NASA-Koordinator im Weißen Haus, hatte Safire einen Monat vor der Mission gewarnt, "an Alternativen für den Präsidenten im Falle von Unfällen auf der Apollo 11 zu denken", schreibt Safire in seinem Buch "Before the Fall: An Inside View of the Pre-Watergate White House"

Das Risiko eines Scheiterns war durchaus real: etwa eine Explosion oder nicht mehr vom Mond wegzukommen. Für die Astronauten hätte das den Hungertod bedeutet, oder sie hätten den Freitod gwählen müssen.

"Ich habe mir Bormans Vorsicht zu Herzen genommen und einige angemessene Worte für den Präsidenten überlegt", schreibt Safire weiter.

Schon mehrere gescheiterte NASA-Missionen

Denn tatsächlich sind genügend NASA-Missionen gescheitert. Die drei Astronauten der Apollo-I starben, nachdem bei Simulation ein Feuer in der reinen Sauerstoffumgebung ausbrach. Darunter war auch Ed White, der als erster US-Amerikaner einen Weltraumspaziergang machte.

1986 sahen die Menschen live zu, wie die "Challenger" kurz nach dem Start explodierte - und alle sieben Crewmitglieder in den Tod riss. 2003 endete die Reise der Columbia ebenfalls tödlich, nachdem das Raumschiff beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre explodierte. Zwei Jahre lang stoppte die NASA daraufhin alle Raumfahrt-Missionen.

Am gleichen Tag wandte sich US-Präsident George W. Bush an die Nation und erklärte, wie leicht es sei, die Gefahren der bemannten Raumfahrt zu übersehen, und weiter "Die Mission, in der sie gestorben sind, wird weitergehen. Die Menschheit wird in die Dunkelheit jenseits unserer Welt geführt, geleitet durch Sehnsucht nach Verständnis und dem Hunger nach Entdeckung. Unsere Reise in den Weltraum wird weitergehen."

Lesen Sie hier die Rede, die Nixon halten sollte, wenn die Mond-Mission gescheitert wäre:

US National Archives
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