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Retter bergen 62 Tote vor libyscher Küste

Retter bergen 62 Tote vor libyscher Küste
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Nach dem schweren Bootsunglück vor der Küste Libyens haben Helfer vom Roten Halbmond die Leichen von mehr als 60 Flüchtingen geborgen. Das Boot war in der vergangenen Woche etwa 100 Kilometer von der Hauptstadt Tripolis entfernt auf dem Weg nach Italien gekentert. Überlebende des Unglücks wurden in Auffangstationen gebracht.

"Wir waren 300 Leute auf dem Boot. Plötzlich hatten wir ein Leck", sagte einer der Überlebenden. "100 von uns wurden gerettet, der Rest ist tot, auch Frauen und Kinder. Wir sind fast sieben Stunden geschwommen und wurden dann von Fischern gerettet. Jetzt sind wir hier seit zwei Tagen und niemand kümmert sich um uns. Wir haben eine Leiche hier. Erst mussten wir gegen den Tod auf See kämpfen und jetzt gegen den Tod auf dem Land."

Auch wenn die genaue Zahl der Opfer nocht nicht feststeht, handelt es sich um das schwerste Schiffsunglück mit Flüchtlingen im Mittelmeer in diesem Jahr. Der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks, Filippo Grandi, sprach von der "schwersten Tragödie im Mittelmeer" des laufenden Jahres. Er forderte, die Seenotrettung dort wieder aufzunehmen, die Internierung von Flüchtlingen und Migranten in Libyen zu beenden und mehr sichere Routen aus dem Land zu ermöglichen.

Derzeit sind keine privaten Rettungsschiffe im Mittelmeer unterwegs. Die deutsche Organisation Sea-Eye kündigte allerdings an, mit der "Alan Kurdi" in Richtung der Rettungszone vor der libyschen Küste aufzubrechen. Dort werde sie voraussichtlich Dienstag eintreffen, erklärte die Regensburger Organisation. Innerhalb der Europäischen Union läuft ein Streit darüber, wie Migranten verteilt werden sollen, die im Mittelmeer gerettet werden.

Die libysche Küstenwache griff am Freitag ein weiteres Boot vor der Küste auf, das auf dem Weg nach Italien war. Die Menschen an Bord wurden zurück nach Libyen gebracht.