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"Ich schäme mich": Maas gedenkt der Opfer des Warschauer Aufstands

"Ich schäme mich": Maas gedenkt der Opfer des Warschauer Aufstands
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Zum 75. Jahrestag des Warschauer Aufstands hat der deutsche Außenminister Heiko Maas klare Worte gefunden. Er schäme sich dafür, was die Deutschen in Polen getan hätten und dass diese Schuld auch nach dem Krieg für lange Zeit verschwiegen wurde.

Reparationsforderungen Polens belasten deutsch-polnische Beziehungen

Sein polnischer Amtskollege Jacek Czaputowicz brachte in seiner Gedenktagsrede das Thema der polnischen Reparationsforderungen an Deutschland zur Sprache:

"Der Schaden, der Polen und den Polen zugefügt wurde, ist durch die Täter nicht wieder gutgemacht worden. Die Polen haben durch ihre eigene Arbeit und Anstrengung ihre Hauptstadt wieder aufgebaut. Diese Tatsache zeigt das größere Problem auf, das uns Polen davon abhält, die Frage der Reparationen als ein geschlossenes Kapitel zu betrachten."

Für Polen sind die Repartationsforderungen an Deutschland ein aktuelles Thema, das besonders seit dem Regierungsantritt der nationalkonservativen PiS-Partei an Fahrt aufnimmt Derzeit arbeitet das polnische Parlament an einem Bericht, der die Forderung nach Reparationszahlungen bekräftigen soll. Eine Summe im hohen dreistelligen Milliardenbereich steht im Raum.

Deutschland hält rechtliche Aufarbeitung für abgeschlossen

Für die Bundesregierung hingegen ist das Thema längst vom Tisch. Deutschland hält die rechtliche Aufarbeitung für abgeschlossen - mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag zu den außenpolitischen Folgen der Wiedervereinigung von 1991.

Der deutsche Außenminister bekannte sich in seiner Ansprache zur moralischen Verantwortung Deutschlands für die Verbrechen der Nazis:

"Auch in anderen Teilen des Landes wurden Städte zerstört, ganze Dörfer ausgelöscht, wurde die Bevölkerung vertrieben, um sogenannten Lebensraum, was für ein zynisches Wort, zu schaffen und zwar für Deutsche."

Dunkles Kapitel: Deutschland schlägt Warschauer Aufstand blutig nieder

In Polen gilt der 1. August als einer der wichtigsten Jahrestage. Die polnische Armee hatte sich im Jahr 1944 zum Warschauer Aufstand gegen die deutschen Besatzer erhoben - und wurde kurz darauf von Wehrmacht und SS blutig niedergeschlagen. Etwa 200.000 Menschen wurden bei den Kämpfen getötet, 500.000 wurden im Anschluß deportiert. Die Deutschen zerstörten rund 90 Prozent des einstigen "Paris des Ostens", wie Warschau damals genannt wurde.

Maas war der ranghöchste deutsche Gast beim Gedenken an den Aufstand seit Bundeskanzler Gerhard Schröder, der 2004 zum 60. Jahrestag in Warschau war. "Ich bin hierhergekommen, weil ich die Toten ehren und die Familien der Toten und Verletzten, weil ich das polnische Volk um Vergebung bitten will", sagte er. Gemeinsam mit Czaputowicz legte er am Donnerstag einen Kranz am Denkmal für die Opfer des Massakers von Wola während des Aufstands nieder.