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G7 in Biarritz - wer, wie, was?

G7 in Biarritz - wer, wie, was?
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REUTERS/Philippe Wojazer
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Frankreich macht sich bereit für den diesjährigen Gipfel der G7-Staaten vom 24. bis zum 26. August. Staats- und Regierungschefs aus den sieben weltweit führenden Wirtschaftsnationen kommen diesmal zum Ende der französischen Sommerferien in der Küstenstadt Biarritz zusammen.

Wer sind die G7?

Kanada

Frankreich

Deutschland

Italien

Japan

Vereinigtes Königreich

USA

Die Gruppierung, deren Name sich je nach Anzahl der Mitgliedstaaten ändert, wurde im Jahr 1975 gegründet. Ein Jahr später trat Kanada bei. Auch die Europäische Union ist dabei, nimmt aber nicht als Ausrichter am Rotationsprinzip teil und wird daher auch nicht mitgezählt.

Zwischen 1998 und 2014 gehörte auch Russland dazu und stockte die Gruppe damit auf G8 auf. Nach der Annexion der Krim wurde Moskau mit Hinweis auf verleztes Völkerrecht ausgeschlossen.

Alle 12 Monate wechselt die Präsidentschaft und damit das Gastgeberland des Gipfels. Als dessen Höhepunkt wird jeweils ein Abschlusskommuniqué unterzeichnet, das aber bereits lange vor dem Gipfel vorbereitet wird. Die G7 wird oft als "Club der reichen Länder" angesehen, obwol beispielsweise Italien mittlerweile eines der wirtschaftlichen Schlusslichter in der EU ist.

Worum geht's in Biarritz?

Wirtschaftsexperten vermuten, dass die Staats- und Regierungschefs über Technologie, Handel und den Internationalen Währungsfond (IWF) sprechen werden. Dabei dürfte es auch um den Handelsstreit zwischen China und den USA gehen, sowie um die Beziehungen zwischen den USA und Europa. Auch über die Nachfolge von Christine Lagarde an der Spitze des IWF dürfte beraten werden. Die EU hat sich bereits auf eine Kandidatin festgelegt, auf die Bulgarin Kristalina Georgieva. Auch wird man über Facebook und die Kryptowährung Libra sprechen müssen.

Experten warnen immer wieder, die Bedeutung und vor allem die Verbindlichkeit des Gipfels dürfe nicht überschätzt werden. "In der Praxis wurde die G7 durch die Einführung der G20 als wichtigstes Format für die internationale wirtschaftspolitische Koordinierung Ende 2008 entwertet", sagt Nicolas Véron, Ökonom am Peterson Institute for International Economics und Senior Fellow in der Brüsseler Denkfabrik Bruegel. Und weiter: „Wenn Sie zum Beispiel an wichtige Themen der globalen wirtschaftspolitischen Steuerung denken, wie die Rolle des IWF, die Finanzregulierung und die internationalen Finanzen im Allgemeinen, dann war dies in den letzten zehn Jahren eher eine Frage der G20 als der G7. "

In der Praxis wurde die G7 durch die Einführung der G20 als wichtigstes Format für die internationale wirtschaftspolitische Koordinierung Ende 2008 entwertet.
Nicolas Véron
Ökonom am Peterson Institute for International Economics

Auf diesem G7-Gipfel sollen jedoch einige interessante Premieren stattfinden. Zum ersten Mal wird beispielsweise Boris Johnson als britischer Premierminister auf Donald Trump treffen.

Der Gipfel im Jahr 2018

Im kanadischen Charlevoix lehnte Donald Trump das Abschlusskommuniqué im vergangenen Jahr ab. Im Gedächtnis blieb ein Foto, das den US-Präsidenten inmitten eines angespannten Austausches mit den übrigen Teilnehmern zeigte. Andere Aufnahmen vom selben Geschehen zeigten die Staatenlenker deutlich entspannter.

Und doch verließ Trump den Gipfel bevor das Thema Klimawandel angeschnitten wurde. Die deutsche Bundeskanzlerin beschrieb die Stimmung unter den übrigen Teilnehmern als "ernüchterz" und "ein wenig deprimierend". Sie habe hart für einen Kompromiss gearbeitet. Da sei Trumps Rückzug per Twitter natürlich bitter gewesen. Vor seiner Abreise hatte Trump zur Verwunderung der übrigen Teilnehmer noch die Wiederaufnahme Russlands in die Staatengruppe gefordert. Ähnliche Uneinigkeiten dürfte es auch dieses Jahr wieder geben.

Für mehr Gleichheit

Frankreich hat als Gastgeber den Themenkomplex "Gleichheit" zum Diskussionsgegenstand erhoben. Daher werden auch Vertreter eine Reihe von Partnerländern nach Biarritz kommen.

Mit Blick auf die bevorstehende Präsidentschaft hatte Staatspräsident Emmanuel Macron im vergangenen Jahr vor den Vereinten Nationen darüber gesprochen. Die Zeiten, in denen man bestimmte Probleme im Club der Reichen lösen konne, seien vorbei, so Macron damals. Deswegen werden in diesem Jahr Vertreter von Australien, Chile, Indien, Südafrika, Burkina Faso, Ägypten, Senegal und Ruanda (vier "Major Partners", vier "African Partners") an dem Gipfel teilnehmen.

Auch auf Twitter wirbt Gastgeber Frankreich für die Themen des Gipfels:

Vorbereitungen in Biarritz

Es wird zwei Sicherheitszonen in der Stadt am Atlantik geben. Jene in der Nähe zum Strand soll am stärksten überwacht werden. Wer sich in der Stadt durch verschiedene Zonen bewegen will, muss einen Ausweis vorzeigen. Bürger und Händler fragen sich, warum der Gipfel nicht in den Oktober oder November gelegt wurde. Denn im Herbst, so ein Kaufmann vor Ort, sei doch wesentlich weniger los.