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Soziale Ungleichheit wächst - Freiberufler in Not

Soziale Ungleichheit wächst - Freiberufler in Not
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Wenn sich diesen Samstag die Staats- und Regierungschefs zum G7-Gipfel in Biarritz treffen, will Gastgeber Emmanuel Macron die Diskussionen auf die zunehmende Ungleichheit lenken.

Ein Beispiel aus England. In der Küstenstadt Whitby genießen die Urlauber den Sommer und machen Urlaub.

Ed Cross hat seinen ersten bezahlten Urlaub seit 12 Jahren. Ed liefert Pakete aus, er ist Teil der sogenannten"Gig Economy". Sie bezeichnet einen Bereich des Arbeitsmarktes, auf dem zeitlich befristete Tätigkeiten an Freiberufler vergeben werden.

Dieser Markt hat sich in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt. 4,7 Millionen Briten sind auf diesem unsicheren Feld tätig. Digitale Plattformen ermöglichen flexibles Arbeiten, aber die Rechte der Arbeitnehmer bleiben auf der Strecke. Ed´s Gewerkschaft half ihm, seine Rechte durchzuesetzen:

"Ich war fast 12 Jahre lang nicht in der Lage Urlaub zu machen. Nach dem Gerichtsurteil konnte ich jetzt eine Woche Urlaub nehmen. Wenn ich ohne Grund auf der Arbeit fehle, können sie mich jederzeit entlassen. Kollegen ist das passiert. Ich kenne einen Kurier, der mit einem Herzinfarkt im Krankenwagen lag und die erste Frage des Arbeitgebers war, wer seine Schicht jetzt übernimmt".

Laut Ed hat die Verlagerung der traditionellen Industrie in Richtung Plattformarbeit die Beschäftigten hart getroffen.

"Ich denke, einige von ihnen haben definitiv Menschen ausgenutzt und ausgebeutet. Es gibt kein anderes Wort dafür. Ich weiß, dass das in der modernen Arbeitswelt hart klingt, aber ja, es gibt ausgebeutete Menschen. Wenn sie krank sind und nicht arbeiten können, oder eine Gehaltserhöhung wollen, dann sagt der Arbeitgeber, er hat zehn andere Leute, die billiger sind".

Angesichts der Aushöhlung von Arbeitnehmerrechten und der Frage, ob Freiberufler einen existenzsichernden Lohn verdienen können, mehren sich die Forderungen, dass britische Arbeitsrecht dringend zu reformieren.