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Offenes Rennen: Tunesien wählt neuen Präsidenten

Offenes Rennen: Tunesien wählt neuen Präsidenten
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In Tunesien hat die Präsidentschaftswahl begonnen. Es ist das zweite Mal nach dem sogenannten "Arabischen Frühling" von 2011, dass sie in freier Wahl ihr Staatsoberhaupt bestimmen können.

Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments Fabio Massimo Castaldo ist als Wahlbeobachter vor Ort. Er meint, Tunesien sei ein Vorbild: "Die Region ist recht instabil, in Nordafrika, im Mittleren Osten gibt es viele Spannungen, aber Tunesien ist ein Musterbeispiel dafür, dass Islam und Demokratie nicht unvereinbar sind. Und dieses Modell muss erhalten bleiben."

Das Land hat seit 2011 weitreichende demokratische Reformen eingeleitet. Allerdings kämpft Tunesien mit wirtschaftlichen Problemen.

Es wird erwartet, dass keiner der 26 Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht und es zu einer Stichwahl kommt. Zu den Favoriten zählen unter anderem der amtierende Regierungschef Youssef Chahed, der bisherige Verteidigungsminister Abdelkarim Zbidi, der Kandidat der moderat-islamischen Ennahda, Abdelfattah Mourou sowie Nabil Karoui. Der Medienunternehmer war vor drei Wochen kurz vor Beginn des offiziellen Wahlkampfs verhaftet worden. Die tunesische Justiz wirft ihm Geldwäsche und Steuerhinterziehung vor.

Überschattet wird die Wahl vom Tod der Witwe von Präsident Béji Caïd Essebsi, Chadlia Caïd Essebsi. "Meine Mutter ist tot. Schütze sie Gott", schrieb ihr Sohn auf Facebook. Sie lebte damit nur wenige Wochen länger als ihr Mann. Präsident Essebsi war im Juli verstorben.

Rund sieben Millionen Tunesierinnen und Tunesier sind für die Wahl registriert. In drei Wochen wird zudem ein neues Parlament gewählt.

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