Eilmeldung

Die besten Reaktionen auf Herbert Grönemeyers umstrittenen Auftritt in Wien

Herbert Grönemeyer beim Global Citizen Festival in Hamburg
Herbert Grönemeyer beim Global Citizen Festival in Hamburg -
Copyright
Frank Schwichtenberg [CC BY-SA 4.0] - via Wikimedia Commons
Schriftgrösse Aa Aa

Der deutsche Außenminister Heiko Maas hat sich in einer politische Debatte um Musiker Herbert Grönemeyer zu Wort gemeldet. Bei einem Konzert war Grönemeyer auf der Bühne laut geworden - und hatte sich gegen Rechts stark gemacht. Ein Video des Auftritts führte jedoch zu Diskussionen und Kritik im Netz. Der Stil und Tonfall von Grönemeyer wurde unter anderem von AfD-Politikern mit Nazi-Propaganda verglichen.

Die stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Beatrix von Storch, twitterte: "Das ist die furchterregendste, übelste, totalitärste Hassrede, die ich je gehört habe." Das sei Ton und Furor "des neuen Terrors von links", schrieb sie. "Wer das unterstützt, ist - wie Heiko Maas - ein Fall für den Verfassungsschutz."

Maas stärkte dem Musiker den Rücken und bedankte sich bei Grönemeyer und allen anderen, die jeden Tag für eine freie Gesellschaft eintreten und die Demokratie verteidigen. Der Außenminister teilte zudem das besagte Video.

Im Video ruft Grönemeyer dazu auf, "keinen Millimeter nach rechts" zu rücken. Bereits in der Vergangenheit hatte sich der 63-Jährige ähnlich geäußert.

Grönemeyer sagt in dem Konzertvideo etwa, auch wenn Politiker schwächelten, und das sei in Österreich nicht anders als in Deutschland, "dann liegt es an uns, zu diktieren, wie 'ne Gesellschaft auszusehen hat. Und wer versucht, so 'ne Situation der Unsicherheit zu nutzen für rechtes Geschwafel, für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze, der ist fehl am Platze (...)."

Auch am Wort "diktieren" störten sich viele. Kritik kam jedoch nicht nur aus dem rechten Lager. Bernd Stegemann, Autor, Dramaturg und Unterstützer der linken Sammlungsbewegung "Aufstehen", schrieb auf Twitter: "Der Tonfall, mit dem Grönemeyer sein Publikum politisch anheizt, macht mir ein wenig Angst. Ich sags ungern, aber er klingt wie ein Redner vor 1945."

Doch neben Maas schlugen sich auch viele andere auf die Seite des Musikers. Kabarettist Florian Schroeder war beim Konzert von Grönemeyer in Berlin. Er könne bestätigen und beruhigen: Grönemeyer brülle immer so. "Grönemeyers Aufruf mit einer Sportpalast-Rede zu vergleichen, ist infam und vor allem dumm", schrieb Schroeder auf Twitter. Entscheidend sei der Inhalt einer Rede, nicht der Ton. "Wer den Ton, die Form, vom Gesagten trennt oder darüber stellt, betreibt gerade das Geschäft der Faschisten."

Der Satiriker Shahak Shapira schrieb: "Vergleichen Leute jetzt Grönemeyer mit Goebbels, nur, weil er eine Rede in ähnlicher Lautstärke gehalten hat? Mein Föhn ist ungefähr so laut wie eine Kettensäge und ich bekomme trotzdem unterschiedliche Ergebnisse, wenn ich sie mir an den Kopf halte."

Grönemeyer äußert sich immer wieder politisch. Im Juli trat er bei einem Festival in Chemnitz auf. Dort hatte er gesagt: "Das Land ist unser Land. Wir halten es fest und stabil und lassen es nicht nach rechts ausschwenken."

Dass Maas sich mit Musikern gegen Rechts solidarisch zeigt, ist nicht neu: So lobte er 2016 neben Campino von den Toten Hosen und dem Rapper Marteria die linke Punkrockband Feine Sahne Fischfilet für ihr Engagement. Das brachte dem SPD-Politiker auch Ärger ein.

Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.