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FC Barcelona zum Separatisten-Urteil: "Gefängnis ist keine Lösung"

FC Barcelona zum Separatisten-Urteil: "Gefängnis ist keine Lösung"
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Reuters
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Der Futbol Club Barcelona hat das Urteil des Obersten Gerichts in Madrid gegen neun katalanische Separatistenführer kritisiert. Sie waren am Montagmorgen zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

In einer Pressemitteilung erklärte Barça: "Das Gefängnisurteil wird genauso wenig wie die Untersuchungshaft zur Lösung des Konflikts beigetragen, denn Gefängnis keine Lösung".

"Die Lösung des Konflikts in Katalonien erfolgt ausschließlich durch den politischen Dialog. Aus diesem Grund fordert der Club heute mehr denn je alle politischen Führungskräfte auf, einen Dialog- und Verhandlungsprozess zu führen, um diesen Konflikt zu lösen."

Sport und Politik vermischt

Barça unterstützt offiziell die katalanische Autonomie, das Credo lautet "Més que un club", mehr als ein Verein. Vor zwei Jahren war der Sportverein in den Ausstand gegangen, um gegen die Gewalt der spanischen Sicherheitskräfte beim illegalen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien zu protestieren.

Verteidiger Piqué verbreitete die Pressemitteilung gegen den Urteilsspruch auf Twitter, mit den Worten "Stolz, Teil dieses Vereins zu sein".

Der Urteilsspruch des Obersten Gerichtshofs

Oriol Junqueras, der Hauptangeklagte in dem Verfahren, muss 13 Jahre ins Gefängnis. Er war einst Vizepräsident der katalanischen Regionalregierung. Die geringste Haftstrafe beträgt neun Jahre. Auch die Veruntreuung öffentlicher Gelder fiel bei der Verurteilung einiger Angeklagter ins Gewicht.

Drei weitere vor Gericht stehende Ex-Politiker wurden des Ungehorsams schuldig gesprochen.

Keine Rebellion

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor den Vorwurf der Rebellion eingebracht. Dafür können Gefängnisstrafen von bis zu 25 Jahren verhängt werden. Doch das sahen die Richter als nicht erwiesen an.

Der Richterspruch in dem historischen Prozess war mit Spannung erwartet worden. In dem Verfahren das bereits im Juni mit den Schlussplädoyers der Angeklagten beendet worden war, ging es um die Rolle der Separatistenführer bei dem Unabhängigkeitsreferendum im Jahr 2017 zu einer möglichen Abspaltung Kataloniens von Spanien. Fast 600 Zeugen waren vernommen worden.

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