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Tattoos - Zeichen des Widerstands

Tattoos - Zeichen des Widerstands
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Die sichtbarste Form des Protestes in Hongkong sind Demonstranten, die meisten vermummt, denn nicht erkannt zu werden bedeutet zumindest einen gewissen Schutz vor der Repression.

Mike Chan tut das Gegenteil, als Tätowierer schenkt er dem Widerstand unauslöschliche Zeichen. Ein paar Dutzend Motive für Protestierende bietet er an, umsonst. Über 70 hat er bereits gestochen.

Mike Chan, Tätowierer:

"Widerstands-Tattoos mache ich kostenlos, das ist mein Beitrag. Ich war bei Protesten und Kundgebungen, Ich habe so viele Menschen gesehen, die freiwillig etwas tun, sich gegenseitig helfen. Diese Tattoos zu machen, ist vielleicht in wenig ähnlich, es ist vielleicht wie kostenlos Wasserflaschen verteilen. Das tue ich, um zu dieser Bewegung beizutragen, eben mit dem, was ich kann."

Mary ist nicht ihr richtiger Name, und sie möchte beim Interview unerkannt bleiben. Auch Mary hat sich für ein Tattoo entschieden - sie ist Regierungsgegnerin, die sich aber nicht an die Frontlinie der Proteste traut. Sie hat Angst, denn dort warten die Sicherheitskräfte, Tränengas und Gummigeschosse, Gewalt und Verhaftung auf die Protestierenden.

"Mary", Regierungsgegnerin

"Ich mache das, weil was in den letzten Monaten passiert ist, man kann nicht mehr viel frei aussprechen oder viel tun. Das Einzige, was man tun kann, ist, sich dieses Motiv zu tätowieren. Das ist das Einzige, was du tun kannst, um dich dein ganzes Leben lang zu erinnern."

Früher trugen nur Chinesen Tätowierungen, die den Triaden, der organisierten Kriminalität angehörten. Heute sind Tätowierungen wieder ein Zeichen der Zusammengehörigkeit in Hongkong, aber ein gemeinsames, politisches Zeichen im Protest gegen China, mit dem sich jeder tätowierte zu seiner Haltung bekennt.

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