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Warten auf die Sonnenseite - Asylbewerber in Lyon

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Warten auf die Sonnenseite - Asylbewerber in Lyon
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Lyon, Frankreich: 450 afrikanische Migranten haben eine verlassene Schule besetzt und warten auf eine Entscheidung über ihre Asylanträge. Der Gemeinderat hatte alle hier Bewohner ausweisen wollen, um neue Wohnungen und Unterkünfte zu bauen. Aber ein Berufungsgericht hat entschieden, dass die Migranten noch ein Jahr hier bleiben können.

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Ebrahim ist einer von 450 Asylbewerbern, die in dieser heruntergekommenen Schule leben.

Er bezahlte Schmuggler, die ihn von seiner Heimat Gambia über Senegal, Mali, Niger nach Libyen brachten. Dort stieg er in ein Schlauchboot nach Italien und weiter ging’s per Zug nach Lyon.

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Ebrahim Marond, Asylbewerber aus Gambia:

"Hier schlafe ich, ich fühle mich nicht gut. Wo ich schlafe, wissen Sie, wie viele Menschen da sind? Ganz unterschiedliche Menschen, Sie schlafen neben den unterschiedlichsten Typen hier. Einige sind krank, andere haben keine Krankheiten, könnten sie aber übertragen."

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In Frankreich herrscht akuter Mangel an Sozialwohnungen. Wenn keine Unterkunft gefunden werden kann, zahlt der Staat den Asylbewerbern 14 Euro pro Tag.

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Clement Olumese, Asylbewerber aus Nigeria:

„Hier in Frankreich behandeln sie Migranten gut. Können Sie sich vorstellen, dass man Migranten jeden Monat 450 Euro gibt? Sie können also etwas kaufen, essen, sich gut anziehen, auch wenn es keine Wohnungen gibt.“

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Die Lebensbedingungen in der alten Schule sind widerlich. Es gibt nur 9 Toiletten und einige funktionieren nicht. Asylsuchende haben nicht automatisch das Recht zu arbeiten, so dass viele herumhängen, während sie auf ihre Papiere warten.

Ebrahim Marond, Asylbewerber aus Gambia:

"Wenn ich meine Familie herbringe und sie mir hier Papiere geben, werde ich hart arbeiten. Nicht für die Regierung, um meine Familie zu ernähren."

Frankreich hat laut Medien ("NYTimes") vor kurzem Deutschland als Europas Haupt-Ziel für Asylsuchende abgelöst und ist auf dem besten Weg, auch in diesem Jahr auf eine Rekordzahl an Anträgen zu kommen. Laut Experten ist dies eine Folge der Migrationskrise. Der bisherige Rekord - 124.000 Anträge - wurde im vergangenen Jahr erreicht, 23 Prozent mehr als im Jahr davor .

Oliver Whitfield-Miocic, su

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