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Rijeka: Mit einer Rockoper ins Kulturhauptstadtjahr

Fulminant ging die ehemalige Fabriks- und Werftenmetropole Rijeka am Samstagabend ins Kulturhauptstadt-Jahr. Mehr als 200 Mitwirkende gestalteten zur feierlichen Eröffnung die "Opera Industriale", eine Komposition der Kroaten Josip Marsic und Zoran Medved. Das Werk erweckte den Sound der Industrie, die einst Rijeka groß gemacht hatte, und erinnerte an den rebellischen Punk-Rock, für den die Stadt im ehemaligen Jugoslawien bekannt war.

Rock-Oper feiert Industriezeit

Orchester, wilde Sprechchöre, zwei Dutzend E-Gitarristen, zehn TrommlerInnen, Dampfhämmer, Schneidbrenner und Hunderte ZuschauerInnen, die Kuhglocken in die Hand gedrückt bekamen, erzeugten eine beeindruckende Klangkulisse. Tänzer des städtischen Theaters mimten Werftarbeiter. Die Funken der Schneidbrenner ließen einen mächtigen Hafenkran wie einen brennenden Baum erscheinen. Vor dem abschließenden Feuerwerk ertönte das alte Partisanenlied "Bella Ciao" in einer fetzigen Punk-Version.

Die Partisanen waren Widerstandskämpfer gegen die Nazi-Besatzer im Zweiten Weltkrieg. Die 130 000-Einwohner-Stadt Rijeka ist stolz auf ihre antifaschistische Tradition. Im Kulturhauptstadt-Jahr will sie sich als weltoffene und tolerante Metropole präsentieren. Unter dem Motto "Hafen der Vielfalt" sind mehr als 300 Programme mit mehr als 600 Events geplant. Sie gruppieren sich um die Themen Wasser, Arbeit und Migration, die den Ort seit Jahrhunderten prägen.