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Kampf der genitalen Verstümmelung von Frauen

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Kampf der genitalen Verstümmelung von Frauen
Copyright  Arşiv / Sayyid Azim / AP
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Fotos: Simona Ghizzoni

Zu viele Mädchen und Frauen werden immer noch Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung.

Sie werden mit primitiven Mitteln amputiert - ohne Narkose.

Ein brutales Ritual, das für den Rest ihres Lebens normale Sexualität ausschließt.

Khady Koita bezeichnet sich als Überlebende.

Sie stammt aus dem Senegal und erlitt diese Praxis am eigenen Leib.

Heute kämpft sie gegen die Unmenschlichkeit.

Sie sei in den 80er Jahren zur Kämpferin gegen die Genitalverstümmelung geworden, nachdem in Frankreich zahlreiche Frauen an den Folgen gestorben seien.

Ein kleines Mädchen sei ihren Verletzungen nach einer Verblutung erlegen - das sei ein traumatisches Erlebnis gewesen.

Nach Schätzungen der UNO leben allein in Europa rund 600.000 genital verstümmelte Frauen.

180.000 Mädchen seien von diesem Schicksal akut bedroht.

Koita geht regelmäßig in Schulen, um Aufklärung zu betreiben.

Oft würden Mädchen verstümmelt, wenn sie in den Ferien in ihr Ursprungsland reisten.

Einige Mädchen wollten ihre Erfahrungen teilen und fragten um Hilfe.

Sie hätten gehört, dass ihre Eltern eine Reise nach Afrika planten und von einer Party während der Ferien sprächen.

In Belgien gibt es ein Krankenhaus, das genital verstümmelte Frauen betreut und behandelt.

Ein Arzt erklärt die Folgen der verschiedenen Verstümmelungen.

Frauen, denen die Klitoris weggeschnitten worden seien, erlitten starke Schmerzen, erklärt Dr. Martin Caillet.

Dazu gehörten Tumore, die sich infolge des Eingriffs bilden könnten.

Eine andere Verstümmelung sei, wenn die Vagina bis auf wenige Milimeter zugenäht werde, ebenfalls ein sehr schmerzvoller Vorgang.

Geschlechtsverkehr sei danach extrem kompliziert.

Das Krankenhaus kann einige Verstümmelungen rückgängig machen. Doch vielfach ist die psychologische Betreuung der Opfer weitaus dringender.

Am Mittwoch forderte das Europäische Parlament die EU-Kommission dazu auf, schärfer gehen weibliche genitale Verstümmelungen vorzugehen und eine Behandlung von Überlebenden sicherzustellen.

Die irische Abgeordnete Frances Fitzgerald erklärte, man brauche jetzt Politiker, die dieses Problem als Verbrechen anerkennten und als dramatische Erfahrung im Leben vieler Frauen.

Das Parlament verlangte zudem mehr Vorbeugung und Aufklärung im Gesundheitswesen, in Schulen und am Arbeitsplatz.