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Wegen Coronavirus: Moskau fahndet nach Chinesen

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Auch in der Moskauer U-Bahn wird nach chinesischen Staatsbürgern gefahndet.
Auch in der Moskauer U-Bahn wird nach chinesischen Staatsbürgern gefahndet.   -   Copyright  AP
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Nach dem Einreiseverbot für Chinesen nach Russand hat auch die Stadt Moskau Maßnahmen erlassen. Um chinesische Staatsbürger in Quarantäne zu schicken, werden Hotels durchsucht und Kameras mit Gesichtserkennung eingesetzt. Hintergrund ist die weltweite Ausbreitung des neuartigen Coronavirus, der zuerst in China aufgetreten war. Die Grenze zum Nachbarland wurde geschlossen.

Kontrolleure verlangen Papiere

Auch in der Moskauer U-Bahn werden Fahrgäste kontrolliert. Yulia Temnikova ist Vize-Chefin des Transportunternehmens: "Wir fragen nach ihren Papieren. Falls sie gerade aus China zurückgekehrt sind, müssen sie uns beweisen, dass sie die nötigen zwei Wochen in Quarantäne verbracht haben."

Wenige Fälle in ganz Russland

Bisher wurden in Russland lediglich zwei Fälle der Erkrankung bekannt. Es handelte sich um Chinesen in Sibirien, die mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurden.

In Jekatarinenburg im Ural sind bereits seit drei Wochen Patroullien unterwegs. Konservative und kremlfreundliche Einwohner suchen Medienberichten zufolge nach chinesischen Staatsbürgern und verteilen Atemmasken.

Menschenrechtler haben die Maßnahmen verurteilt und als diskriminierend kritisiert.

"Wie erkennt man bitte einen Chinesen?"

Auch Busfahrer in Moskau sollen "aufmerksam sein", so Yuri Dashkov von der Gewerkschaft der Angestellten im öffentlichen Personenverkehr. Er kritisiert, dass gar nicht klar sei, was mit verdächtigen Menschen passieren solle:

"Wir Busfahrer sollen den Anweisungen folgen. Aus Sicherheitsgründen. Was wir dann aber mit den gesammelten Informationen anfangen sollen, wissen wir nicht. Wenn da also ein Chinese ist, was dann? Und wie erkennt man bitte, dass jemand Chinese ist?"

Die Behörden haben Medienberichte dementiert, denenzufolge verdächtige Personen der Polizei übergeben werden sollen.