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Samos: Die Angst vor den Flüchtlingen

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Samos: Die Angst vor den Flüchtlingen
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Die raue See vor den nordöstlichen Ägäisinseln verhinderte zunächst die Ankunft vieler Flüchtlinge, die nach der Grenzöffnung durch die Türkei erwartet wurden. Zumindest im Moment. Auf Samos, wo man bereits mehr als 8.000 Migranten beherbergt, bereitet man sich auf das Schlimmste vor und bittet Europa um Hilfe:

Samos und die Inseln der östlichen Ägäis können die Last nicht allein stemmen. Sie sollten Transitgebiete sein. Migranten, die hier ankommen, sollten registriert werden und dann wieder gehen. Vor diesem Hintergrund sollte sich die Regierung um die Angelegenheit kümmern und die internationalen Organisationen und Europa informieren.
Manolis Carlas
Regionalrat Samos

Die Nachricht von der Öffnung der Grenze durch die Türkei schlug auf den Inseln der nordöstlichen Ägäis ein, wie eine Bombe. Die Behörden auf Samos befürchten nun, erneut Tausende von Migranten aufnehmen zu müssen, ähnlich wie im Sommer 2015. Die Bewohner des kleinen Dorfes, Mitilinii, haben jedoch noch einen weiteren Grund zur Sorge.

Wir fahren zum Dorf Mytilinii, etwa zehnt Kilometer von der Inselhauptstadt entfernt. Etwas außerhalb des Dorfes wird ein neues Lager für Migranten gebaut. Nachdem die Regierung entschieden hatte, die Kapazitäten dafür zu erhöhen, waren die Dorfbewohner, wie Giannis Vetas, empört:

Wir können nicht zulassen, dass das Gebiet hier zu einem riesigen Hotspot wird. In den Nachrichten ist von über einer Million Menschen die Rede, die von der türkischen Küste aus in Scharen das Meer überqueren wollen. Wohin werden sie gehen?

Nach den heftigen Reaktionen der Dorfbewohner wurden die Bauarbeiten vorerst gestoppt. Giorgos Eleftheroglou, der Leiter des Gemeinderats von Mitilinii, blickt voller Sorgen in die Zukunft:

Nachdem die Zentralregierung ein neues Lager mit einer Kapazität von höchstens 1.200 Personen in Auftrag gegeben hat, haben sie nun beschlossen, mehr Land zu beschlagnahmen. Insgesamt wird das Lager eine Fläche von 266 Hektar haben. Wenn man die Größe des neuen Lagers und die Zahl der täglichen Migranten miteinander vergleicht, wird dieser Ort voller Zelte sein.
Giorgos Eleftheroglou
Gemeinderat Mitilinii

Nach Angaben der griechischen Regierung wird das neue Lager in einigen Wochen fertig sein.