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Frankreich: Der Kampf um die Atemschutzmasken gegen Covid-19

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Frankreich: Der Kampf um die Atemschutzmasken gegen Covid-19
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Das Unternehmen Valmy SAS, im Département Loire in Frankreich, ist eines der wenigen im Land, das Atemschutzmasken herstellt. Seit dem Ausbruch der Coronavirus-Epidemie sind diese extrem begehrt.

Valmy musste sich etwas einfallen lassen, um der starken Nachfrage entgegenzukommen. Hier werden nun etwa zehn Mal mehr Masken hergestellt, als sonst:

Wir haben unsere Belegschaft verdreifacht, von zuvor 17 auf bald 55 Mitarbeiter. Wir mussten neue Leute einstellen, sie integrieren und schulen, sie an den Maschinen einweisen und neue Teams bilden.
Nicolas Brillat
Direktor Valmy

Das Geschäft könnte eigentlich gut laufen - wenn Frankreich nicht angekündigt hätte, alle Masken im Land zu beschlagnahmen. Das Unternehmen befürchtet nun, Kunden zu verlieren:

Vor drei, vier Wochen, als die ersten Fälle in Großbritannien be stätigt wurden, haben die dortigen Verantwortlichen sofort ihren Pandemieplan vorgestellt. Sie bestellten Millionen Atemschutzmasken bei uns, verteilt über mehrere Wochen. Jetzt stehen wir tatsächlich vor einem großen Problem. Die Tatsache, dass die französische Regierung alle Masken beschlagnahmt, bedeutet für uns, dass wir die Maske nicht nach Großbritannien liefern dürfen. Es ist eine komplizierte Situation für uns, weil der National Health Service unser erster Kunde seit über einem Jahr ist.
Nicolas Brillat
Direktor Valmy

Valmy kann also nicht liefern. Die in Frankreich produzierten Masken werden daher an die Apotheken im Land verteilt. Sie sind hauptsächlich für die Fachleute im Gesundheitswesen und die mit dem Coronavirus infizierten Personen bestimmt.

Diese Apotheke in Lyon hat schon seit einigen Tagen keine Masken mehr auf Lager. Hier begrüßt man diese Maßnahmen:

Man muss das passende Produkt, am richtigen Ort und zur richtigen Zeit haben. Wenn jetzt eine Panik ausbricht und wir dringend Masken benötigen, dann hätten wir ein Problem.
Dr. Benkemon
Apotheker

In Paris und Marseille wurden bereits Tausende Masken aus Krankenhäusern gestohlen. Um eine Hysterie zu vermeiden will der nationale Apothekerverband nun beruhigen:

Wenn Sie keine Symptome haben, bringt die Maske nichts. Die Atemschutzmasken schützen gegen Tröpfchen-Übertragungen, das heißt, dass Tröpfchen beim Husten oder Niesen in der Maske bleiben. Aber sie verhindert nicht, dass sich ein gesunder Mensch infiziert. Denn wir stecken uns hauptsächlich an, weil die Viren an unseren Händen sind. Das einzige, was wirklich hilft, um sich vor dem Virus zu schützen, ist nicht eine Maske, sondern das regelmäßige Händewaschen mit Seife.
Carine Wolf-Thal
Präsidentin der französischen Apothekerkammer

Mittlerweile hat auch die deutsche Regierung angekündigt, den Export von Atemschutzmasken zu stoppen.