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Conte erklärt ganz Italien zur "Schutzzone" - Was das bedeutet

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Polizist überprüft Passagiere am Bahnhof in Mailand
Polizist überprüft Passagiere am Bahnhof in Mailand   -   Copyright  Antonio Calanni/AP
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Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte hat die drastischen Regeln im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf das ganze Land ausgeweitet. Er sagte auf einer Pressekonferenz im Palazzo Chigi in Rom, alle Italiener sollten zu Hause bleiben.

Bis zu diesem Montagabend gab es in Italien 9.172 bestätigte Fälle von Covid-19 und 463 infizierte Patienten waren gestorben.

Conte schrieb auf Twitter: "Die Zukunft Italiens liegt in unseren Händen. Tragen wir alle dazu bei, indem wir für das Gemeinwohl auf etwas verzichten. Die Gesundheit unserer Lieben steht auf dem Spiel, die unserer Eltern, unserer Kinder und unserer Großeltern. Ich habe gerade das Dekret unterzeichnet."

Der von der Regierung ausgegebene Hashtag lautet "Ich bleibe zu Hause" #iorestoacasa.

Was die Schutzzone bedeutet

Italienerinnen und Italiener dürfen nur noch aus drei Gründen reisen: Aus "nachgewiesenen beruflichen Gründen", in Notfallsituationen, zum Kauf von Medikamenten oder für die Rückkehr nach Hause.

Dafür müssen sie ein Formular unterschreiben, in dem der jeweilige Grund angegeben ist und es auf der Reise mit sich führen. Bei einer Falschdeklaration muss mit einer Gefängnisstrafe von bis zu drei Monaten oder einer Geldstrafe gerechnet werden.

Öffentliche Versammlungen sind untersagt und Einkaufszentren müssen an den Wochenenden geschlossen werden. Lebensmittelgeschäfte und Apotheken sind von den Schließungsregeln ausgenommen.

Auch Universitäten und Schulen sind geschlossen. Die Minister erwägen eine Verschiebung des Wiederbeginns nach den Osterferien im April.

Der erste Patient, bei dem die Krankheit diagnostiziert wurde, ein 38-jähriger Unilever-Mitarbeiter, wurde unterdessen aus der Intensivstation verlegt und begann selbstständig zu atmen. Doch die rasche Ausbreitung des Virus erschwert die Entscheidungen, wer Zugang zu der knappen Anzahl von Betten auf Intensivstationen erhält. "Leider stehen wir erst am Anfang", sagte Dr. Massimo Galli, Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten im Mailänder Sacco-Krankenhaus.

Andere Bewegungseinschränkungen

  • Jedem, der Symptome von Atembeschwerden und Fieber zeigt, wird dringend empfohlen, zu Hause zu bleiben und jeden sozialen Kontakt, auch mit seinem Arzt, einzuschränken.
  • Jeder, bei dem ein Coronavirus bestätigt wird, muss zwangsweise zu Hause bleiben.
  • Unternehmen, sowohl öffentliche als auch private, werden ermutigt, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beurlauben.

Öffentliche Versammlungen

  • Alle Sportveranstaltungen werden ausgesetzt, dazu zählen Fußballspiele. Nur Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele oder mit nationalen oder internationalen Großveranstaltungen in Verbindung stehenden Versammlungen sind erlaubt - jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
  • Alle Skigebiete sind bis auf Weiteres geschlossen.
  • Alle kulturellen, sportlichen, religiösen oder festlichen Veranstaltungen werden ebenfalls ausgesetzt. Kinos, Pubs, Theater, Museen, Tanzschulen, Spielhallen, Casinos, Nachtclubs und ähnliche Veranstaltungsorte müssen geschlossen bleiben.
  • Bars und Restaurants können von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends geöffnet bleiben, solange sie einen Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter zwischen den Kundinnen und Kunden einhalten.
  • Religiöse Orte bleiben ebenfalls unter der Bedingung geöffnet, dass sie die Distanz-Regel von einem Meter einhalten. Religiöse Zeremonien wie Hochzeiten und Taufen sind jedoch bis auf Weiteres verboten.

  • Einkaufszentren und größere Geschäfte müssen an gesetzlichen Feiertagen und den vorausgehenden Tagen geschlossen bleiben.

Coronavirus-Fälle nehmen zu

Italien registrierte bis Montagabend 1.807 weitere bestätigte Fälle mit insgesamt 9.172 und 463 Todesfällen.