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"Wir merken, wie sehr wir von den geringbezahlten Arbeitskräften abhängen"

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Sharan Burrow, Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbundes
Sharan Burrow, Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbundes   -   Copyright  Anja Niedringhaus/AP
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Nach Wochen des coronabedingten Lockdowns in Europa zeigen sich nun auch die wirtschaftlichen Folgen immer deutlicher.

Rund eine Million Menschen haben aufgrund der Pandemie bereit ihre Jobs verloren. Es gibt Kündigungen und Kurzarbeit.

Sofia Ramos aus Lyon arbeitet bei einer Möbelfirma. Das Unternehmen steht wegen der Coronakrise praktisch still.

Ramos erzählt: "Ich arbeite direkt mit Italien. Der Unternehmenssitz ist in Italien, alle Zulieferer sind in Italien. Viele Mitarbeiter machen gerade mal das Minimum, damit alles noch funktioniert. Ich arbeite von zu Hause aus. Ich lese meine Mails, schicke wichtige Dinge, antworte. Aber ich denke schon, dass sie die richtigen Maßnahmen ergriffen haben."

Spanien gehört zu den am stärksten betroffenen Ländern. Die Regierung hat umfangreiche Wirtschaftshilfen angekündigt. Doch viele Menschen würden gerne noch andere Mappnahmen sehen.

Francisco Luque, Video DJ aus Madrid, sagt: "Ich hätte gerne, dass die Regierung uns den Strom, das Wasser, unsere ganz einfachen Haushaltsausgaben zahlt. Aber in diesem Land gehören Strom und Wasser Privatunternehmen, keinen öffentlichen, die die Regierung kontrollieren kann. Sie könnten höchstens meine Rechnungen zahlen, aber das werden sie natürlich nicht tun."

Laut dem Internationalen Gewerkschaftsbund ändert die Krise auch die Art und Weise, wie unsere Gesellschaften bisher organisiert sind.

Sharan Burrow, die Generalsekretärin des Bunds, meint: "Zunächst einmal sind die systemrelevanten Arbeiter die völlig neue Kategorie von Arbeitnehmern. Wir haben natürlich das Gesundheitspersonal, Pflegerinnen und Pfleger, Krankenhauspersonal, Reinigungskräfte und andere, die die Krankenhäuser uns Kliniken am Laufen halten.

Aber wir haben auch Supermarktangestellte, diejenigen, die im Transportbereich arbeiten, in städtischen Betrieben, in Apotheken. Und viele von ihnen sind Frauen. Zum ersten Mal sehen wir, dass wir für unseren gesamten Lebenswandel auf die geringbezahlten Arbeitskräfte in unseren Gemeinschaften angewiesen sind."

Und noch ist nicht abzusehen, wie lange die Wirtschaft in Europa brauchen wird, um sich nach der Pandemie von den langen Lockdowns, den Unternehmenschließungen und Umsatzeinbußen zu erholen.