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Wohltätigkeitsorganisationen befürchten Kollaps

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Wohltätigkeitsorganisationen befürchten Kollaps
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In Großbritannien schlagen Wohltätigkeitsorganisationen wegen der Coronavirus-Krise Alarm: Weil das öffentliche Leben so gut wie still steht, haben sie kaum noch Möglichkeiten, Spenden einzusammeln, gleichzeitig steigt der Bedarf an ihrer Hilfe, denn die Wirtschaft leidet und die Arbeitslosigkeit wird größer.

Und es gibt weitere Probleme, wie Karl Wilding, Chef des britischen Dachverbands für Wohltätigkeitsorganisationen, sagt: "Die Nachfrage nach den Angeboten von Wohltätigkeitsorganisationen steigt momentan. Nur weil es eine Ausgangssperre gibt, heißt es nicht, dass die Menschen nicht Hilfe brauchen, etwa weil sie Krebs haben oder häusliche Gewalt erleben. Teilweise steigt der Bedarf sogar."

"Spendenaktionen können nicht mehr stattfinden"

Hilfsorganisationen warnen, dass sie vor dem Kollaps stehen, wenn sie keine Unterstützung von der Regierung bekommen. Denn wegen der Corona-Pandemie wurden zum Beispiel Großveranstaltungen abgesagt. "Spendenaktionen können nicht mehr stattfinden", so Wilding. "Sie fallen hintenüber, so wie der Londoner Marathon, die größte und bekannteste Spendenaktion, bei der jedes Jahr 66 Millionen Pfund (75 Millionen Euro) für Wohltätigksorganisationen eingetrieben werden. Realistischerweise muss man davon ausgehen, dass der Marathon dieses Jahr ausfällt."

Die Freiwilligenorganisation St John Ambulance bietet unter anderem Erste-Hilfe-Kurse an, die jetzt nicht mehr stattfinden können. Gleichzeitig unterstützt sie Krankenhäuser bei der Behandlung von Corona-PatientInnen.

"Wenn wir keine Hilfe bekommen, haben wir bald kein Geld mehr"

Die Situation wird für sie immer schwieriger, erklärt der Chef der Organisation, Martin Houghton-Brown: "Wir verdienen mit unseren Kursen und Veranstaltungen 1,5 Millionen Pfund (1,7 Millionen Euro) pro Woche. Der Kampf gegen Covid-19 kostet uns 1,6 Millionen Pfund (1,8 Millionen Euro) pro Woche. Wenn wir keine Hilfe bekommen, haben wir bald kein Geld mehr. Es reicht noch bis August, aber wenn es so weiter geht, müssen wir ab dann sehr viele Schulden machen."

Der Dachverband der Wohltätigkeitsorganisationen geht davon aus, dass der Sektor ohne die Corona-Krise in diesem Jahr über 12 Milliarden Pfund (13,7 Milliarden Euro) gesammelt hätte - die Konsequenzen der fehlenden Einnahmen zeigen sich bereits: Oxfam kündigte an, zwei Drittel seiner 2100 Angestellten in Großbritannien bis Juni zu beurlauben.