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WHO reagiert auf US-Zahlungsstopp: "Wir bedauern die Entscheidung"

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Switzerland WHO   -   Copyright  Martial Trezzina/AP
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Die Weltgesundheitsorganisation wendet sich jetzt an andere Länder, um Lücken bei der Finanzierung ihrer Covid-19-Reaktionsarbeit zu schließen, nachdem US-Präsident Donald Trump sagte, dass die Vereinigten Staaten Beiträge zurückhalten würden.

WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in Genf: "Die Vereinigten Staaten von Amerika sind seit langem ein langjähriger und großzügiger Freund der WHO, und wir hoffen, dass dies auch weiterhin der Fall sein wird. Wir bedauern die Entscheidung des Präsidenten der Vereinigten Staaten, einen Stopp der Finanzierung der WHO anzuordnen."

Die WHO ist eine Unterorganisation der Vereinten Nationen, die 1948 gegründet wurde, nur wenige Jahre nach der Gründung der UNO. Die Organisation wurde geschaffen, um die internationale Gesundheitspolitik, insbesondere im Bereich der Infektionskrankheiten, zu koordinieren.

Die WHO besteht aus 194 Mitgliedsstaaten und wird von ihnen geleitet. Jeder Mitgliedsstaat ist verpflichtet, Beiträge für die Mitgliedschaft in der Organisation zu entrichten. Diese werden als "Pflichtbeiträge" bezeichnet und werden im Verhältnis zum Wohlstand und zur Bevölkerung des jeweiligen Landes berechnet. Diese Beiträge machen etwa ein Viertel der Gesamtfinanzierung der WHO aus.

"Nur" 17 Prozent Pflichtbeiträge

In der Rechnungsperiode 2018-2019 stammten nur 17 Prozent der Gesamtfinanzierung aus veranschlagten Beiträgen - sie sind quasi Mitgliedsbeiträge.

Der Rest - 77 Prozent der Gesamtfinanzierung - stammt aus "freiwilligen Beiträgen", d. h. Spenden von Mitgliedstaaten oder Partnern.

Hier ist die US-Rechnung - 59,2 Millionen Dollar pro Jahr mit einem Gesamtbetrag von 118,4 Millionen Dollar für die Rechnungsperiode 2018-2019.

Stellungnahme der Gates-Stiftung

Fast dreimal mehr Geld stammte von freiwilligen Zuwendungen. Einer der größten US-Spender ist die Bill and Melinda Gates Foundation. Sie ist eine amerikanische Privatorganisation.

Bill Gates twitterte: Die Einstellung der Finanzierung der Weltgesundheitsorganisation während einer Weltgesundheitskrise sei so gefährlich, wie es klingt. Ihre Arbeit verlangsame die Ausbreitung von COVID-19, und wenn diese Arbeit gestoppt werde, könne keine andere Organisation sie ersetzen. Die Welt brauche die WHO jetzt mehr denn je, erklärte Bill Gates.

Die Bill and Melinda Gates Foundation kündigte an, mit weiteren 150 Millionen US-Dollar den Kampf gegen die Pandemie zu unterstützen. Mit dem Geld soll die Entwicklung von Diagnosesystemen, Behandlungshethoden und Impfstoffen gefördert werden. Zuvor hatte die Stiftung bereits 100 Milionen US-Dollar zur Verfügung gestellt.