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Taiwan: Erfolgreicher Covid-19-Bezwinger drängt in die WHO

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Taiwan: Erfolgreicher Covid-19-Bezwinger drängt in die WHO
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400 gemeldete Covid-19-Infektionen und sieben Todesfälle, Seuche unter Kontrolle - das ist die Erfolgsbilanz von Taiwan. Das Erfolgsrezept - hohe Testkapazitäten und rigorose Kontaktverfolgung, auch anhand digitaler Technik – will der asiatische Inselstaat auch der Weltgesundheitsorganisation WHO zugänglich machen und von deren Informationen profitieren, aber Taiwan hat nicht mal Beobachterstatus. Es will schon länger in die multilaterale Organisation, was stets von China verhindert wird.

Joseph Wu, taiwanesischer Außenminister:

"Wir brauchen aktualisierte Informationen von der WHO, damit wir gegen übertragbare Krankheiten kämpfen können. Und wir kamen nicht regelmäßig an aktualisierte Informationen von der WHO ran, und das ist ein Problem für Taiwan und nicht fair für das taiwanesische Volk."... "Unsere Freunde wie Großbritannien, Frankreich, Deutschland usw., besonders Japan, arbeiten sehr hart, damit Taiwan sich an der Weltgesundheitsorganisation beteiligen kann."

Trotz all unserer Bemühungen und einer nie dagewesenen internationalen Unterstützung habe Taiwan keine Einladung erhalten, sich zu beteiligen. Sein Ministerium äußerte "großes Bedauern und starke Unzufriedenheit, dass sich das Sekretariat der WHO dem Druck der chinesischen Regierung gebeugt hat und das Recht der 23 Millionen Taiwanerinnen und Taiwaner auf Gesundheit weiter ignoriert."

Joseph Wu:

"Damit Taiwan in der Nationalversammlung sein kann, muss uns nur der Generalsekretär der WHO eine Einladung schreiben. Wir haben das zwischen 2009 und 2016 gemacht, es ist also nicht schwer. Und wenn sie auf eine Abstimmung drängen wollen, meine ich, kann die Abstimmung stattfinden. Aber wir meinen, dieser Weg ist nicht unbedingt nötig."...."Und ich möchte es nur noch einmal sagen, wenn Taiwan in der Lage ist, die Pandemie erfolgreich zu bewältigen, wollen wir unsere Erfahrungen mit dem Rest der internationalen Gemeinschaft teilen."

VÖLKERRECHTLICHE STELLUNG UMSTRITTEN

Die völkerrechtliche Stellung der Republik Chinaauf Taiwan ist bis heute umstritten und Gegenstand des Taiwan-Konflikts. Nur eine Minderheit der Staatengemeinschaft unterhält nach der Ein-China-Politik der Volksrepublik formal diplomatische Beziehungen mit der Regierung in Taipeh. Taiwan will sich später in diesem Jahr weiter bemühen, zumindest einen Beobachterstatus bei der WHO zu erhalten.

Die USA hatten vor einem Monat angekündigt, keine Beiträge mehr an die WHO zahlen. Im Zweijahreshaushalt 2018/19 steuerten die USA mit ihrem Mitgliedsbeitrag und den freiwilligen Beiträgen bisher mehr als 14 Prozent des Budgets bei.