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"Tourismus auf Null": Griechenland befürchtet Katastrophenjahr

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"Tourismus auf Null": Griechenland befürchtet Katastrophenjahr
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Weltweit steht die Reisebranche wegen der Coronaviruspandemie unter massivem Druck. Länder wie Griechenland, wo der Tourismus knapp ein Drittel der Wirtschaft ausmacht, fürchten den Verlust Zehntausender Arbeitsplätze.

Mehr als 75% aller Reservierungen für die Sommersaison wurden bereits storniert oder verschoben sagt Michalis Vlatakis vom Verband der Reiseagenturen auf Kreta. Die ersten 3 Monate der Saison, die bis Oktober geht, seien verloren. Die Hälfte der Kunden habe ihre Reservierungen abgesagt. Der Rest wolle noch abwarten und dann entscheiden, ob die Reise noch in diesem oder im nächsten Jahr stattfinden soll.

"Tourismus ist nicht wie der Eurovision Song Contest"

Griechenland befürchtet, dass viele Europäer dem Tourismus im eigenen Land den Vorzug geben werden, selbst wenn alle Reisebeschränkungen wieder aufgehoben wurden. Große Sorge bereiten der Branche mögliche Absprachen zwischen Nachbarländern, so Lysandros Tsilidis, Präsident der griechischen Reiseagenturen.

"Österreich hat bereits den ersten Schritt gemacht und Gespräche mit Deutschland angekündigt. Das Land liegt nebenan, man spricht dieselbe Sprache, beide Länder sind einfach zu erreichen mit dem Auto oder dem Zug. Aber Tourismus ist nicht wie der Eurovision Song Contest mit seinen Absprachen und "Allianzen". Tourismus ist eine Industrie, von der das Leben vieler Menschen abhängt."

Griechenlands Hotelbesitzer warten auf die Sicherheitsanweisungen der Gesundheitsbehörden für den Empfang von Urlaubern. Derartige Regeln sollten auf EU-Ebene vereinbart werden und für jedes Land gelten.

"Die Hotels senden SOS"

"Ich weiß nicht, ob eine gemeinsame europäische Politik zu Gesundheitsstandards für Hotels möglich ist. Was ich weiß und was griechische Hotelbesitzer glauben, ist, dass Griechenland Besucher und Angestellte der Tourismusindustrie gleichermaßen schützen will", versichert der Präsident der griechischen Hotelkammer, Alexandros Vassilikos.

Er bezeichnet die Saison 2020 als katastrophal: "Der Tourismus ist auf Null. Die Hotels senden SOS".

Dabei hat Griechenland die Corona-Krise relativ gut bewältigt auch dank früher Abschottungsmaßnahmen. Nun droht die wirtschaftliche Katastrophe: 65 Prozent der griechischen Hoteliers fürchten, dass ihre Unternehmen bankrott gehen. 45 000 Arbeitsplätze seien bereits verloren gegangen.