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1. Mai in Athen: "gigantische Kürzungen in Sicht"

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1. Mai in Athen: "gigantische Kürzungen in Sicht"
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Hunderte Menschen haben im Zentrum von Athen und von Thessaloniki an einer Demonstration zum 1. Mai teilgenommen. Die griechische Regierung hatte zuvor dazu aufgerufen, Märsche und Kundgebungen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Für das kommende Wochenende hatten Behörden eine Lockerung der geltenden Corona-Maßnahmen in Aussicht gestellt.

"Wir gedenken der Probleme der Arbeiterklasse. Der tödlichste Virus ist die Ausbeutung, Unterdrückung und die beste Medizin sind unsere Rechte", so eine der Demonstrantinnen

Angst vor erneuten Kürzungen

Euronews-Reporter Michalis Arampatzoglou war vor Ort: "Trotz der Pandemie und der Schutzmaßnahmen demonstieren Gewerkschaften, um den Tag der Arbeit zu feiern. Während der zehn Jahre der Krise in Griechenland haben die Arbeiter viele Opfer gebracht. Nun steht ihnen erneut die Angst vor der Zukunft ins Gesicht geschrieben."

Masken und Abstand auf den Straßen

Unter den Demonstranten waren Mitglieder einer von der kommunistischen Partei unterstützen Gewerkschaft. Viele der Teilnehmer trugen Masken und hielten die Abstandsregel ein. Eine Teilnehmerin ist sich sicher: "Wir wissen, dass schon sehr bald Hunderttausende unserer Kollegen arbeitslos sein und unter der Armutsgrenze leben werden."

Varoufakis prophezeit Abstriche

Yanis Varoufakis, Gründer der Bewegung Demokratie in Europa 2025, und ehemaliger Finanzminister des Landes schildert, was den Griechen seiner Meinung nach durch die Coronakrise blühen könnte:

"Gestern hat der Ministerpräsident im griechischen Parlament durch sein Schweigen bestätigt, dass wir gigantischen Kürzungen unserer Renten entgegensehen, auch bei den Löhnen. Der 1. Mai ist der richtige Tag, um bereits jetzt gegen eine neue Phase des Sozialismus für einige wenige und gegen grausame Sparmaßnahmen für viele zu demonstrieren."

Neben den Demonstrationen überwachte die Polizei auch die Straßen, die von der Stadt aufs Land führen. Die Griechen waren dazu aufgerufen worden, am Feiertagswochenende nicht dringend notwendige Fahrten zu verschieben. Verstöße werden mit bis zu 150 Euro Strafe geahndet.