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1. Mai in Europa: Proteste im Zeichen der Pandemie

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1. Mai in Europa: Proteste im Zeichen der Pandemie
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In Frankreich haben 150.000 Menschen in mehreren Städten des Landes am Tag der Arbeit für Arbeitnehmerrechte, mehr Geld für den öffentlichen Dienst und Frieden demonstriert. In Lyon kam es zu Ausschreitungen. Eine Gruppe Demonstrierender warf laut Angaben der Polizei Feuerwerkskörper auf BeamtInnen. Fünf Menschen würden vorläufig festgenommen.

In Paris kam es zu Spannungen, als Protestierende versuchten, den Demonstrationszug zu blockieren. Es kam zu 34 Festnahmen. Nach dem corona-bedingten Ausfall der 1.-Mai-Demos im vergangenen Jahr waren nun wieder Kundgebungen erlaubt. Gewerkschaftsführer Philippe Martinez forderte einen radikalen Politikwechsel. Das Geld, das die Regierung zur Pandemiebewältigung bereitstelle, müsse nicht an Unternehmen, sondern an die Bürger, den öffentlichen Dienst und Krankenhäuser gehen, für höhere Gehälter und Arbeitsplätze in Frankreich genutzt werden.

Protest gegen Überlastung des Gesundheitssektors

Auch in spanischen Städten wurde demonstriert. Die Protestierenden appellierten an die Regierung, die Höhe der Gehälter und Renten trotz der gestiegenen Arbeitslosigkeit zu erhalten. Die Rechte derjenigen, die in der Pandemie besonders gefragt sind, müssten Priorität haben, so die Labortechnikerin Vanesa Díaz, die in Madrid demonstrierte. "Der Gesundheitssektor und alle anderen essenziellen Bereiche sind überlastet. Das müssen Firmenchefs bedenken."

In Moskau legten Mitglieder der kommunistischen russischen Partei Blumen am Denkmal des Unbekannten Soldaten und am Karl-Marx-Denkmal Blumen. Parteichef Gennadi Sjuganow nutzte die Gelegenheit, um dazu aufzurufen, bei der Parlamentswahl im September für ihn zu stimmen.

In Istanbul wurden laut offiziellen Angaben mehr als 200 Menschen verhaftet. Sie waren trotz eines landesweiten Lockdowns und Versammlungssverbots auf die Straßen gegangen. Die Polizei riegelte die Straßen zum zentralen Taksim-Platz ab. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu hatte die Polizei zuvor Gewerkschaftsvertretern und Oppositionspolitikern gestattet, an dem Platz zusammenzukommen.