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"Dürfen wir aus Hunger stehlen?"

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Copyright Leo Correa/Copyright 2017 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Hector Estepa
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Wer nicht raus darf, kann nicht arbeiten. Millionen Menschen in Lateinamerika, so auch in Kolumbien, sind lediglich als Tagelöhner beschäftigt. Wenn sie nicht arbeiten, verdienen sie kein Geld. Während der Coronakrise stellt sich der Hunger ein. Mit dramatischen Folgen.

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Auch hier in Kolumbiens Hauptstadt Bogota hat die Coronakrise mit ihren Einschränkungen Folgen für die Ärmsten der Armen. Oscars Kühlschrank ist leer. Sein bisheriger Tagelöhnerjob ist weg, die Ausgangssperre zwingt ihn, mit seiner Familie zu Hause zu bleiben.

Rote Tasche zeigt Not an

"Wir kochen zwei Portionen, manchmal nur eine. Aber mit drei Kindern... Also braucht man Hilfe von der Regierung oder von irgendjemandem, der sieht, unter welchen Bedingungen wir in diesem Viertel hier leben", beschreibt Oscar Chilatra seine Lage. 

Die rote Tasche, die Oscar an seine Tür hängt, ist in seinem Viertel ein Symbol geworden für Hunger. Wir brauchen Hilfe, das ist die Botschaft.

"Dürfen wir aus Hunger stehlen?"

So auch bei José. Er lebt in einer Hütte aus Plastik und anderem Material. Auch er hat wenig Lebensmittel übrig und sorgt sich um die Zukunft.

"Stellen Sie sich vor, dass die Ausgangssperre weitergeht. Dann weiß ich nicht, was ich tun soll. Dürfen wir dann aus Hunger stehlen? Ich weiß mir nicht zu helfen", sagt Oscar Telledor. 

In den Gemeinschaftsküchen der Favelas versuchen die Mitarbeiter, gegen den Hunger anzukommen. Andrey verteilt hier Lebensmittel an die Nachbarn. Die Behörden haben zwar zwei Millionen Notrationen zur Verfügung gestellt. Doch Ehrenamtliche sagen, dass nicht alle Bedürftige davon profitierens.

Aufruhr und Plünderungen

"Von der Regierung kam Hilfe, einen Monat nach Beginn der Maßnahmen. Unsere Institutionen sind auf eine solche Notsituationen nicht vorbereitet", sagt Andrey Tellez. Der Hunger habe bereits zu Aufständen/Aufruhr und Plünderungen geführt.

Hector Estepa war als Reporter für Euronews in Bogota unterwegs:

"Die Situation der Ärmsten der Armen in ganz Lateinamerika ist besorgniserregend. Die Vereinten Nationen schätzen, dass die Pandemie mehr als 29 Millionen Menschen in Armut stürzen könnte. Die Wirtschaft der Region könnte um mehr als 5 Prozent schrumpfen."

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