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Kolumbien: Venezolaner unerwünscht

Kolumbien: Venezolaner unerwünscht
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Vor zwei Jahren ist Daniel Herrera (26) aus Venezuela nach Kolumbien geflohen. Er arbeitet in einem Fastfood-Restaurant in Bogotá. Doch auf der Straße traut er sich nicht mehr, seinen Mund aufzumachen.

Herrera sagt: "Wenn ich mit anderen Venezolanern auf der Straße gehe, sprechen wir nicht, damit sie uns nicht an unserem Akzent erkennen. Sie sagen sonst: 'Scheißvenezolaner, ihr macht unser Land kaputt.' Deshalb sind wir jetzt still, wenn wir auf der Straße sind."

Als es am 21. November in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá bei Protesten zu Plünderungen von Geschäften kam, hieß es in den sozialen Medien, es seien die Venezolaner gewesen. Tausende waren gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Die Polizei griff hart durch. Herrera hatte gedacht, in Kolumbien der Gewalt zu entfliehen.

Herrera erklärt: "In Venezuela hatte ich auch demonstriert. Aber ich hatte nie eine solche Angst wie hier. Hier gibt es für mich keine Sicherheit. In Venezuela konnte ich wenigstens jemanden anrufen und um Hilfe bitten."

Auch Antonio Vazquez ist aus Venezuela nach Kolumbien gekommen, doch er hat mehr Glück. Er hat kolumbianische Verwandte. Bei ihnen wohnt er nun. Auch er sagt, die Fremdenfeindlichkeit gegenüber Venezolanern steige an.

Vazquez meint: "Viele meiner Landsleute sagen, sie wollen zurück nach Venezuela. Sie haben Angst, dass es hier auch so wird wie in Peru oder Ecuador. Von dort werden wir nämlich deportiert und Venezolaner sind Opfer von Gewalt. Aber auch hier in Bogotá rufen sie: 'Venezolaner raus!'. Drei Venezolaner waren beim Plündern erwischt worden. Müssen wir alle jetzt dafür zahlen?"

Auch Kolumbien hat damit begonnen, Venezolaner heimzuschicken. Insgesamt sind 1,5 Millionen Venezolaner ins Nachbarland Kolumbien geflohen.

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