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"Fragen Sie doch China": Trump beantwortet 'böse Frage' zu Covid-Tests in USA

Donald Trump
Donald Trump   -   Copyright  Alex Brandon/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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US-Präsident Donald Trump hat am Montag nach einem Wortgefecht mit Reportern abrupt eine Pressekonferenz zur Corona-Krise im Rosengarten des Weißen Hauses abgebrochen.

Die Zahl der Todesfälle durch COVID-19 in den USA ist nach Angaben von Forschern auf über 80.000 angestiegen. Das Testsystem des Landes war daher genauer unter die Lupe geraten.

Weijia Jiang von CBS News fragte Trump, warum er so viel Wert auf die Menge der Coronavirus-Tests lege, die in den USA durchgeführt wurden.

"Fragen Sie nicht mich, fragen Sie China", antwortete Trump darauf.

"Warum ist das wichtig?" fragte Jiang. "Warum ist dies für Sie ein globaler Wettbewerb, wenn immer noch täglich Amerikaner ihr Leben verlieren und wir immer noch jeden Tag mehr Fälle erleben?"

Trump antwortete: "Sie verlieren überall auf der Welt ihr Leben. Und vielleicht ist das eine Frage, die Sie China stellen sollten. Fragen Sie nicht mich. Stellen Sie China diese Frage."

"Sir, warum sagen Sie das ausgerechnet zu mir?" fragte Jiang. Jiang, die seit 2015 für CBS News arbeitet. Die US-Staatsbürgerin wurde in Xiamen, China, geboren und emigrierte mit ihrer Familie im Alter von 2 Jahren in die Vereinigten Staaten.

Trump sagte, er würde das "jedem sagen, der eine böse (engl. nasty) Frage stellt".

"Es ist keine böse Frage", sagte Jiang. "Warum ist das wichtig?"

Trump zögerte kurz, eine weitere Frage aufzurufen, überlegte es sich aber dann doch anders als sich der CNN-Reporter Collins meldete.

"Sie zeigten auf mich", sagte Collins.

Der Präsident sagte: "Ich habe auf Sie gezeigt und Sie haben nicht geantwortet.

"Kann ich eine Frage stellen?" sagte Collins.

Damit beendete Trump die Pressekonferenz, die im Rosengarten des Weißen Hauses stattfand, und ging weg.

Die USA haben sich bei den Tests "durchgesetzt"

Donald Trump sagte, seine Regierung "habe den Moment getroffen" und sich bei Coronavirus-Tests "durchgesetzt".

Nachdem zwei Angestellte Ende letzter Woche positiv auf COVID-19 getestet worden waren, müssen all Besucher des Westflügels im White House eine Maske tragen. Der Präsident selbst tat dies nicht, als er bei der Besprechung erschien - wie auch schon in den Wochen zuvor.

Das Briefing am Montag sollte die Verfügbarkeit von Tests hervorheben. Die US-Regierung will Amerikanern so mitteilen, dass das Land bereit ist, Lockerungen in Ausgangssperren und anderen Einschränkungen zu verkraften.

Trump wiederholte seinen Standpunkt, dass jeder, der einen Test wünscht, einen bekommen kann. Die Zusage, die er erstmals vor mehr als zwei Monaten machte, steht im Gegensatz zu Gouverneuren im ganzen Land, die die Regierung auffordern, mehr zu tun, um Testkapazitäten zu erhöhen, damit die Anforderungen erfüllt werden können.

"Sie sollten alle in der Lage sein, sofort einen Test zu bekommen", sagte Trump, obwohl Experten sagen, dass die Kapazität für Tests in diesem Umfang nicht besteht. Beamte stellten später klar, dass "jeder, der einen Test benötigt, einen Test bekommen kann".

Auf ein Gespräch mit den Gouverneuren der Bundesstaaten hin empfahlen Vizepräsident Mike Pence und Dr. Deborah Birx, die Koordinatorin des Weißen Hauses für die Reaktion auf das Virus, dass jeder Bewohner und Mitarbeiter eines Pflegeheims in den nächsten zwei Wochen auf COVID-19 getestet werden solle, wobei vor allem das Personal genau überwacht werden solle.

Das Weiße Haus ging dazu über, einige Mitarbeiter täglich zu testen, um die Krankheit zu erkennen, berichtete AP.

US-Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 überschreiten 80.000

Die Zahl der Menschen, die in der Pandemie durch das Coronavirus getötet wurden, ist nach neuesten Daten des Johns Hopkins Coronavirus Resource Center in den USA auf 80.684 angestiegen.

Mit Stand von 11.30 MESZ am Dienstagmorgen bezifferte es die Gesamtzahl der bestätigten Fälle in den Vereinigten Staaten auf 1.347.936.