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Corona-Streit zwischen USA und China geht in die nächste Runde

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Corona-Streit zwischen USA und China geht in die nächste Runde
Copyright  Sprecher des chinesischen Außenministeriums
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Erst die scharfe Kritik von Donald Trump an der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und an China, jetzt die Retourkutsche aus Peking. Mit den Attacken wolle Trump nur von seinen Fehlern in der Coronakrise ablenken, so das Pekinger Außenministerium.

Trump wirft China unter anderem vor, den Coronaausbruch verschleiert zu haben. Die WHO nannte er eine "Marionette Chinas" und er verlangte in einem Schreiben an WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, die Organisation müsse sich in den kommenden 30 Tagen zu wesentlichen Verbesserungen verpflichten, ansonsten werde er die US-Zahlungen endgültig einstellen und die Mitgliedschaft der USA überdenken. Welche Verbesserungen das sind, das führte Trump nicht näher aus.

Zhao Lijian, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, sagte: "Der offene Brief Trumps ist voller uneindeutiger Aussagen. Er versucht, trügerische Methoden zu nutzen, um die Öffentlichkeit in die Irre zu führen, um Chinas Anti-Virus-Bemühungen zu diskreditieren und sich der Verantwortung für das eigene ungenügende Vorgehen zu entziehen. Das ist zwecklos."

Ungeachtet der Vorwürfe Trumps haben die 194 Mitgliedsländer der WHO in einer Resolution ihr Vertrauen ausgesprochen.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte: "Ich danke den Mitgliedsstaaten, dass sie die Resolution angenommen haben, die eine unabhängige und umfassende Bewertung der internationalen Reaktion fordert, das betrifft nicht nur, aber auch die Leistungen der WHO."

Kritiker sagen, Tedros habe zu lange zu China gehalten. Noch im Januar versicherte er, China setze Maßstäbe bei der Reaktion auf den Ausbruch. Dabei gab es bereits starke Zweifel an der Corona-Politik Pekings.

Außerdem hatte die WHO geraten, den Reise- und Warenverkehr mit China aufrechtzuerhalten - was im wirtschaftlichen Interesse Chinas lag.

Eine wichtige Rolle spielt daneben das Thema Taiwan. Das Land, das Peking als Teil der Volksrepublik ansieht, ist auf Chinas Betreiben hin kein Mitglied der WHO, fordert diesen Platz aber ein. Tedros hingegen folgt der Linie Pekings.