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Spahn kritisiert Rave-Party mit 400 Booten in Berlin

Raver in Berlin an Pfingsten
Raver in Berlin an Pfingsten   -   Copyright  DAVID GANNON/AFP or licensors
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Erst an diesem Mittwoch hat sich der deutsche Gesundheitsminister zur Protest-Party zur Unterstützung der Club-Szene in Berlin geäußert. Auf Twitter schrieb Jens Spahn: "Die Bilder bereiten mir Sorgen. Denn: Beim Feiern verbreitet sich das Virus besonders leicht. Ja, die Zahlen in 🇩🇪 sind aktuell auf niedrigem Niveau. Gleichwohl sind wir noch mitten in der Pandemie. Lasst uns das Erreichte sichern und weiterhin im Alltag aufeinander Acht geben."

Die Organisatoren der Veranstaltung auf dem Landwehrkanal, die vor dem Urban-Krankenhaus in der deutschen Hauptstadt endete, hatten sich gleich nach der ersten Kritik entschuldigt. Sie erklärten auch, dass alle Teilnehmer gebeten worden waren, die Abstandsregeln einzuhalten. Bei hochsommerlichen Temperaturen waren dann aber viel mehr Menschen als erwartet zur Techno-Party gekommen - in etwa 400 Booten mit rund 3.000 TeilnehmerInnen.

Viele Verantwortliche in Europa fürchten eine zweite Welle der Coronavirus-Infektionen.

Im Berliner "Tagesspiegel" klagt Intensivpfleger Ricardo Lange über die Raver vor dem Krankenhaus, aber auch darüber, dass der Gesundheitsminister seine Versprechen nicht eingehalten habe. "Jens Spahns Versprechungen eines „Corona-Bonus“ haben nur einen Teil der „Alltagshelden“ erreicht, die ambulanten und Altenpfleger, die es natürlich verdienen. Bei mir und meinen Kollegen auf der Intensivstation jedoch ist noch nichts angekommen, und das, obwohl wir zu denen gehören, die seit Wochen in engstem Kontakt mit Covid-19- Patienten stehen. Elf Prozent aller in Deutschland mit dem Virus Infizierten arbeiten in medizinischen Berufen - wir sind nach wie vor einem besonderen Risiko ausgesetzt."

Schon zuvor hatte es viel Kritik an der Veranstaltung in Berlin gegeben - vor allem aus Angst vor weiteren Ansteckungen. In Berlin hat sich die Coronavirus-Lage auch ohne die Bootsparty kaum entspannt.

Die Anwohner waren laut Berliner Lokalpresse auch entsetzt über den Müll und die Fäkalien, die die Teilnehmer hinterlassen hatten.