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"Ronaldo" der Finanzen: Eurogruppen-Chef Centeno hört auf

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Mário Centeno
Mário Centeno   -   Copyright  Francisco Seco/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved.
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Mário Centeno hat seinen Rücktritt als portugiesischer Finanzminister angekündigt und steht dadurch auch nicht mehr für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender der Eurogruppe zur Verfügung.

Einen Grund für seinen Rückzug nannte der 53 jahre alte Volkswirt, der als Chef der portugiesischen Zentralbank im Gespräch ist, nicht.

Über Twitter erklärte Centeno: "Meine Amtszeit als Präsident der Eurogruppe endet am 13. Juli 2020. Am Donnerstag werde ich meine Kollegen in der Eurogruppe über meine Entscheidung informieren, kein zweites Mandat anzustreben, da ich am 15. Juni als Finanzminister Portugals zurücktreten werde."

Auf einer Pressekonferenz zog Centeno die vorzeitige Bilanz seiner Amtszeit: "Hinter mir liegen 1664 Tage als Finanzminister und über 900 Tage als Eurogruppen-Vorsitzender. Zahlen waren immer Teil dieses Weges. Und sie haben immer Recht gehabt. Ich möchte hier etwas hinterlassen: Wenn es etwas gibt, dessen wir uns sicher sein können, dann ist es die Feststellung, dass die Zahlen auch weiterhin (...unter meinem Nachfolger...) stimmen werden."

Neuer Finanzminister Portugals wird João Leão, der aktuell Haushalts-Staatssekretär ist. Die Nachfolge in der Eurogruppe ist noch offen.

Centeno war seit Januar 2018 Eurogruppenchef. Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz bedankte sich bei Centeno und würdigte vor allem dessen Verhandlungsführung für das 540-Milliarden-Paket mit Corona-Kredithilfen Anfang April. Fortschritte seien unter Centeno auch beim Europäischen Stabilitätsmechanismus und zur Kapitalmarktunion gemacht worden.

"Ronaldo" der Finanzen

Über die Nachfolge wolle er nicht spekulieren, sagte Scholz, aber er habe eine klare Vorstellung. Die Nachfolge soll in der Juli-Sitzung der der Eurogruppe gewählt werden.

Scholz` Vorgänger Wolfgang Schäuble hatte Centeno einst aufgrund des Krisenmanagements für Portugal als "Ronaldo" der Finanzen gewürdigt, in Anlehnung an den portugiesischen Fußball-Weltstar Cristiano Ronaldo.