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Viel Geld, viel Risiko: Der IWF meint, Staatspleiten werden wahrscheinlicher

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ECB, Frankfurt
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Ein historischer Höhepunkt der Staatsverschuldung war die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Die pandemiebedingte Rezession und das finanzielle Füllhorn staatlicher Gegenprogramme könnten jetzt dafür sorgen, dass der damalige Höchststand übertroffen wird.

Der internationale Währungsfonds warnt in seinem jüngsten Stabilitätsbericht, die Gefahr von Staatspleiten wachse:

In einigen Ländern der Euro-Zone sind die Unternehmensschulden ziemlich hoch. Aber das ist nicht bei allen Ländern der Fall. Auf Frankreich ist eines dieser großen Länder, in denen der Unternehmenssektor stark fremdfinanziert ist, die Verschuldung wird sicher steigen. In Deutschland zum Beispiel könnte eine Immobilienblase drohen, und die Verschuldung der Haushalte ist gestiegen.
Tobias Adrian
Berater beim Internationalen Währungsfond

Den Bankensektor sieht der IWF stabil, trotzdem wolle man seine Krisenfestigkeit testen.

Natürlich sind die Banken heute viel besser kapitalisiert als in der Krise von 2008. 10 Jahre Reformen haben das Bankensystem also widerstandsfähiger gemacht. Die Banken verfügen jetzt über Puffer, auf die sie zurückgreifen können.
Tobias Adrian
Berater beim Internationalen Währungsfond

Die großen Zentralbanken haben weltweit Dank ihrer Niedrigzinspolitik ihren Teil dazu beigetragen, die Finazkrise von 2008 zu überwinden – auch die europäische Zentralbank.

Billiges Geld aber birgt eine Gefahr, die die politischen Entscheidungsträger im Auge behalten müssen: in einem solchen Umfeld wächst auch das Überschuldungsrisiko.

Ist der Aufschwung da, muss sich die Politik dringend mit den Problemen befassen, die eine so lockere Geldpolitik mit sich bringt – bevor daraus neue Probleme entstehen.