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Neue Coronavirus-Hotspots - Europa bereitet sich auf die zweite Welle vor

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Neue Coronavirus-Hotspots - Europa bereitet sich auf die zweite Welle vor
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Seit den Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in vielen Ländern tauchen immer mehr neue Hotspots auf. Europas Krankenhäuser bereiten sich schon auf eine zweite Welle vor.

Zurück in den Lockdown heißt es für die Kreise Gütersloh und Warendorf. Mehr als 2.000 Infizierte gibt es mittlerweile nach dem Coronavirus-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen haben den Alltag von mehr als 640.000 Einwohnern in der Region eingeschränkt. Schulen und Kindergärten sind geschlossen.

Auch in Niedersachsen, bei der PHW-Gruppe (Wiesenhof) in Wildeshausen und in Magdeburg in Sachsen-Anhalt haben Fleischverarbeitungsbetriebe Infektionsfälle gemeldet.

In anderen europäischen Ländern wie Italien laufen in den Krankenhäusern die Vorbereitungen für eine zweite Covid-19-Welle.

Prof. Maurizio Cecconi von der Universität Mailand sagt, sie seien gut vorbereitet: "Wir sind bereit für den Fall, dass wieder Patienten kommen. Auch wenn wir am Anfang der Pandemie überrrascht wurden, haben wir nach zwei Schlüsselprinzipien gearbeitet, sie lauten: 'Die Infektion in der Gemeinde und im Krankenhaus eindämmen'. Denn wir dürfen nicht riskieren, dass sich die Infektion in den Krankenhäusern ausbreitet. Und zweitens: 'Die Kapazitäten auf der Intensivstation und in anderen Akutbereichen erhöhen können' - wenn eine zweite Welle kommen sollte."

Auch Jozef Kesecioglu von der Europäischen Gesellschaft für Intensivmedizin sieht das Land besser vorbereitet: "Wir wissen, worauf wir uns einzustellen haben, auch wenn wir hoffen, dass es nicht so schlimm werden wird wie das letzte Mal. Wir haben Pläne für staatliche und lokale Krankenhäuser. Wir haben Zusatzbetten, wir wissen, wohin mit den Patienten, wir haben die Ausrüstung und die medizinischen Geräte. Aber das Wichtigste neben all diesen Dingen, den Betten und Geräten, sind die medizinischen Fachkräfte, weil sie sich um die Patienten kümmern."

Tourismusverband klagt: internationale Touristen meiden Italien

In Italien, wo mehr als 34.000 Menschen an Covid-19 gestorben sind, gehen die Fallzahlen zurück. Zwar gilt noch bis zum 31. Juli 2020 der Notstand im schwer von der Pandemie getroffenen Land, aber Italien hat viele Maßnahmen gelockert und sich für den Tourismus geöffnet. Damit steigt auch die Gefahr neuer Ansteckungen.

Allerdings lässt der Touristenstrom trotz Grenzöffnungen noch auf sich warten. "Es ist nicht so, dass wir keine bedeutende Zahl von Touristen sehen: Wir sehen einfach gar keine Touristen", sagte die Präsidentin des italienischen Tourismusverbandes, Marina Lalli, am Mittwoch gegenüber internationalen Medien. Besonders ausländische Urlauber würden fehlen.

Lissabon verschärft Maßnahmen - Cafés und Geschäfte müssen um 20 Uhr schließen

Portugals Hauptstadt Lissabon hat am Dienstag die Kontaktbeschränkungen wieder verschärft, um neue Coronavirus-Ausbrüche einzudämmen. Im gerade vergangenen Monat, zwischen dem 21. Mai und dem 21. Juni, gab es dort 9.221 neue Infektionsfälle, insbesondere in der Region Lissabon.

Die Tourismusbranche befürchtet nun einen schweren Schlag für die Sommersaison.

Das Land war bisher gut durch die Gesundheitskrise gekommen. Unter den 10 Millionen Einwohnern zählten die Behörden etwa 40.000 Infektions- und 1.500 Totesfälle.

Zu den neuen Maßnahmen, die jetzt in der Region mit rund 2,8 Millionen Einwohnern eingeführt wurden, gehören Beschränkungen für Versammlungen von mehr als 10 Personen. Im restlichen Teil des Landes dürfen sich bis zu 20 Personen treffen. Cafés und Geschäfte in der Hauptstadt müssen um 20 Uhr schließen.