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Grüne erobern Lyon und Bordeaux, Hidalgo bleibt Bürgermeisterin von Paris

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Anne Hidalgo, die Bürgermeisterin von Paris
Anne Hidalgo, die Bürgermeisterin von Paris   -   Copyright  Christophe Ena/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Über viele Städte in Frankreich schwappt eine Art "grüne Welle". Grüne Kandidaten konnten bei der Kommunalwahl die Großstädte Lyon, Bordeaux, Straßburg sowie wohl auch Marseille erobern.

Die Hauptstadt Paris wird weiterhin von der Sozialistin Anne Hidalgo angeführt. Die Bürgermeisterin von Paris verwaltet die Metropole zusammen mit den Grünen. Auch in Lille setzte sich eine Sozialistin durch, nämlich die ehemalige Regierungschefin Martine Aubry.

Der französische Ministerpräsident Edouard Philippe wurde mit 58,8 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister von Le Havre in der Bretagne gewählt. Ihm wird nachgesagt, er könne gegen den Präsidenten Emmanuel Macron antreten wollen. Philippes Popularitätswerte liegen derzeit in Umfragen über denen des Präsidenten.

Die Wahlbeteiligung bei der zweiten Runde der Kommunalwahl war wegen der Coronavirus-Pandemie sehr niedrig und lag vielerorts bei etwa 40 Prozent. Nach der ersten Runde am 15. März hatte es viel Kritik gegeben, weil Emmanuel Macron zwei Tage später eine strenge Ausgangssperre zur Eindämmung von SARS-CoV-2 verhängt hatte.

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Anne Hidalgo - die alte und neue Bürgermeisterin von ParisChristophe Ena/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.

Die Stadt Biarritz an der Atlantikküste wird zum ersten Mal von einer Frau geleitet. Die konservative Maider Arosteguy ist die neue Bürgermeisterin.

Der konservative Bürgermeister von Marseille, Jean-Luc Gaudin, verlor sein Amt an eine Kandidatin der Grünen. Die gleiche Konstellation gibt es in Lyon , wo der frühere Innenminister und politische Platzhirsch Gérard Collomb ebenfalls einem Kandidaten der Grünen weichen muss. Bislang regierten die Grünen nur in Grenoble - jetzt kamen gleich sieben weitere Großstädte hinzu.

Die rechtspopulistische Partei Rassemblement National eroberte fünf Städte, darunter das 100.000 Einwohner zählende Perpignan im Südwesten Frankreichs. Louis Aliot gewann mit absoluter Mehrheit.

Nach der ersten Runde der Kommunalwahl hatte die Partei von Marine Le Pen noch in sechs Städten vorn gelegen.

Unterm Strich ist der Ausgang der Stichwahl eine schwere Schlappe für Emmanuel Macron und seine Partei La Republique en Marche. Er hatte angekündigt, dasss er nach der Abstimmung seinen politischen Kurs für die Post-Corona-Zeit festlegen will. Einen Kurs, den er möglicherweise mit einem neuen Premierminister abstecken wird.