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Spalterische politische Hetze - Facebook sperrt 80 Seiten von Bolsonaro-Beratern

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Gegenwind für Bolsonaro - Facebook sperrt Fake-Accounts von Bolsonaro-Beratern
Gegenwind für Bolsonaro - Facebook sperrt Fake-Accounts von Bolsonaro-Beratern   -   Copyright  Andre Borges/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Facebook geht nach eigener Auskunft gegen Mitarbeiter des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro vor.

Der Online-Dienst habe ein Desinformationsnetzwerk von brasilianischen Konten gesperrt, die spalterische politische Botschaften verbreitet hätten.

Wie die brasilianische Folha de Sao Paulo berichtet, geht es um Facebook-Profile, die von mindestens sechs aktuellen und ehemaligen Regierungsangestellten angelegt wurden. Im Zentrum steht Tércio Arnaud Tomaz, der direkt mit Bolsonaro zusammengearbeitet haben soll.

Mit mehr als 80 Konten auf Facebook und Instagram sollen die Berater für Bolsonaro selbst und seine Söhne Eduardo und Flavio Stimmung gemacht haben.

Eines der Ziele der Social-Media-Operation wird der ehemalige Justizminister und Anti-Korruptionsrichter Sérgio Moro gewesen sein. Er war auf Kollisionskurs mit dem Präsidenten und hat gegen die Bolsonaro-Söhne ermittelt. Im April war er zurückgetreten.

Das Büro von Jair Bolsonaro hat das Vorgehen Facebooks noch nicht kommentiert.

Zuletzt zeigte sich der brasilianische Präsident am Dienstag in einem Video, in dem er live Hydroxychloroquin einnahm - ein Medikament, für dessen Wirksamkeit gegen Covid-19 es keine wissenschaftlichen Beweise gibt. Bolsonaro hatte zu Wochenbeginn über Unwohlsein geklagt und sich einem Covid-19-Test unterzogen, der positiv ausgefallen war. Seine Arbeit will Bolsonaro von seinem Amtssitz aus weiterführen.

Facebook sperrt außerdem Konten des langjährigen Trump-Beraters Roger Stone

Facebook gab außerdem bekannt, dass es sich die Profilseiten von Roger Stone, eines Beraters von US-Präsident Donald Trump, vorgenommen habe. Das Unternehmen habe 50 persönliche und geschäftliche Seiten gelöscht, die mit dem langjährigen Trump-Berater in Verbindung gebracht werden. Stone und weitere Beteiligte hätten mit gefälschten Konten und Followern Stones Bücher und Beiträge beworben.

Facebook sieht sich mit zunehmendem Druck konfrontiert, stärker gegen Hassrede und Falschinformationen vorzugehen.