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Wider Erwarten: Schmerzensgeld im Roma-Ghetto angekommen

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Wider Erwarten: Schmerzensgeld im Roma-Ghetto angekommen
Copyright  Evgeniy Malolletka/AP
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Der ungarische Regierungschef Viktor Orban hatte im Januar im Radio gesagt, dass der Staat das vom Gericht angeordnete Schmerzensgeld für die gut 60 Roma aus Gyöngyöspata nicht zahlen werde.

Nun ist - offenbar auf europäischen Druck hin - doch Geld in Gyöngyöspata angekommen. Umgerechnet 2300 Euro für jeden der 60 betroffenen Roma.

"Die meisten wollen es zur Hausrenovierung benutzen", sagt Géza Csemer, der Chef der Roma in Gyöngyöspata.

Die Soros-Organisation hatte für die Roma geklagt.

Das Gericht hatte ihnen Schmerzensgeld zugesprochen, weil es es als erwiesen ansah, dass sie durch Segregation keine gute Schulbildung bekommen hatten. Der Rektor der Grundschule hatte nämlich 2004 entschieden, die Romakinder müssten von den anderen Kindern getrennt unterrichtet werden.

Ihr Verhalten und ihre intellektuellen Fähigkeiten seien zu unterschiedlich.

Romakinder durften nicht mehr zum Sport- und Schwimmunterricht, für sie gab es keine Klassenfahrten oder Ausflüge ins Museum, und sie mussten getrennte Toiletten benutzten. Beatrix erinnert sich: "Oben durften wir nicht auf die Toilette gehen, die war nur für die anderen Kinder."

Offiziell gibt es jetzt in der Schule keine Segregation mehr. Allerdings gibt es trotzdem keine gemischten Klassen. Es sind nur die Roma-Kinder zurückgeblieben. Die Eltern der anderen Kinder zogen es vor, ihre Sprößlinge in eine andere Schule zu schicken.

Die ungarische Regierung weist daraufhin, dass es ihrer Meinung nach besser gewesen wäre den betroffenen Roma Optionen der Erwachsenenbildung anzubieten, statt ihnen Geld zu zahlen.