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Belarus: Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten

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Belarus: Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten
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In Belarus ist es nach der Präsidentenwahl am Abend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Polizei ging brutal gegen Demonstranten vor, die gegen Wahlfälschung protestierten. In der Hauptstadt Minsk setzten die Sicherheitskräfte Wasserwerfer, Gummigeschosse und Blendgranaten ein.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Wesna wurden allein in Minsk mehr als 50 Personen festgenommen. Landesweit sollen es 120 gewesen sein.

Proteste im ganzen Land

Beobachtern zufolge sollen sich in der Hauptstadt bis zu 100.000 Demonstranten an friedlichen Protesten beteiligt haben. Menschenmassen zogen durch die Straßen, auch in anderen Städten des Landes. Im Innenministerium kam ein Krisenstab zusammen. Staatlichen Medien zufolge war die Lage unter Kontrolle.

Erste offizielle Wahlergebnisse sollen am Montag vorliegen. Die Herausforderin Swetlana Tichanowskaja soll nach Prognosen staatlicher Meinungsforscher die Wahl deutlich verloren haben. Sieger sei dagegen Staatschef Alexander Lukaschenko. Stunden nach Schließung der Wahllokale gab es jedoch immer noch keine offiziellen Ergebnisse. Die Internetseite der Wahlleitung war zunächst nicht abrufbar - wie viele andere Webseiten im Land.

Opposition will Wahlergebnis nicht akzeptieren

Tichanowskaja wollte ihre Niederlage nicht einräumen: "Es kann keine Anerkennung eines solchen Wahlergebnisses geben", sagte Sprecherin Anna Krasulina. Es sei damit zu rechnen gewesen, dass die staatlichen Prognosen Lukaschenko rund 80 Prozent der Stimmen zuschreiben würden. Das sei fern jeder Realität. Von Lukaschenko gab es nach der Abstimmung keine Reaktion.