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Wetter für Extrembrände verdreifacht sich: Reichen Staaten die Löschkräfte noch aus?

ARCHIV: Ein Feuerwehrmann beobachtet die Flammen des Hughes-Feuers am Castaic Lake in Castaic, Kalifornien, am 22. Januar 2025.
ARCHIV: Ein Feuerwehrmann beobachtet die Flammen des Hughes-Feuers am Castaic Lake in Castaic, Kalifornien, am 22. Januar 2025. Copyright  AP Photo/Jae C. Hong, File
Copyright AP Photo/Jae C. Hong, File
Von Seth Borenstein mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Die Gefahr gleichzeitiger Waldbrände wächst. Und Nachbarländer, die selbst brennen, können dann kaum noch Löschkräfte über die Grenze schicken.

Die Zahl der Tage, an denen das Wetter extrem heiß, trocken und windig ist – ideale Bedingungen für extreme Waldbrände – hat sich in den vergangenen 45 Jahren weltweit fast verdreifacht. In Nord- und Südamerika steigt sie sogar noch stärker an, zeigt eine neue Studie.

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Mehr als die Hälfte dieses Anstiegs geht nach Berechnungen der Forschenden auf den menschengemachten Klimawandel zurück.

Mit der Erderwärmung wächst die Zahl der Regionen, die gleichzeitig in Flammen aufgehen können. Grund ist immer häufiger gleichzeitig auftretendes Feuerwetter, wenn mehrere Orte zur selben Zeit die passenden Bedingungen haben, um in Rauch und Flammen aufzugehen.

Länder haben dann womöglich nicht genug Einsatzkräfte, um alle neu entstehenden Brände zu löschen. Hilfe aus Nachbarstaaten ist ebenfalls weniger wahrscheinlich, weil diese mit ihren eigenen Feuern beschäftigt sind, schreiben die Autorinnen und Autoren einer Studie in der Ausgabe vom 18. Februar der Fachzeitschrift Science Advances.

Risiko für schwer zu löschende Großbrände steigt

Zwischen 1979 und den folgenden 15 Jahren gab es im weltweiten Durchschnitt 22 Tage mit gleichzeitigem Feuerwetter pro Jahr, bezogen auf große Weltregionen, ergab die Analyse. In den Jahren 2023 und 2024 waren es bereits mehr als 60 Tage jährlich.

„Diese Entwicklungen erhöhen in vielen Regionen die Wahrscheinlichkeit von Bränden, die sich nur sehr schwer eindämmen lassen“, sagt Studien-Mitautor John Abatzoglou, Feuerforscher an der University of California, Merced.

Die Forschenden betrachteten nicht die Brände selbst, sondern die Wetterlage: hohe Temperaturen, starker Wind sowie trockene Luft und ausgedörrte Böden.

„Das erhöht die Wahrscheinlichkeit großflächiger Brandausbrüche, aber das Wetter ist nur eine Dimension“, sagt Studienhauptautor Cong Yin, Feuerforscher an der University of California, Merced. Ebenso wichtig sind Sauerstoff, Brennmaterial wie Bäume und Buschwerk sowie Zündquellen – etwa Blitze, Brandstiftung oder Unfälle durch Menschen.

Die Studie ist wichtig, weil extremes Feuerwetter der wichtigste – wenn auch nicht einzige – Treiber für zunehmende Brandschäden weltweit ist, sagt der Feuerforscher Mike Flannigan von der Thompson Rivers University in Kanada, der nicht an der Studie beteiligt war. Hinzu kommt: Regionen, deren Feuersaison früher zu unterschiedlichen Zeiten lag und die sich gegenseitig unterstützen konnten, überschneiden sich heute immer öfter.

„Und genau dort gerät das System ins Wanken“, so Abatzoglou.

ARCHIV: Eine Person läuft am Strand an Häusern vorbei, die beim Palisades-Feuer beschädigt wurden, 16. Januar 2025, in Malibu, Kalifornien.
ARCHIV: Eine Person läuft am Strand an Häusern vorbei, die beim Palisades-Feuer beschädigt wurden, 16. Januar 2025, in Malibu, Kalifornien. AP Photo/Jae C. Hong, File

Emissionen aus fossilen Brennstoffen befeuern das Feuerwetter

Mehr als 60 Prozent des weltweiten Anstiegs der Tage mit gleichzeitigem Feuerwetter lassen sich laut Yin auf den Klimawandel durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas zurückführen. Das zeigt ein Vergleich von Computersimulationen: Die Forschenden stellten der Entwicklung der vergangenen 45 Jahre ein hypothetisches Szenario ohne zusätzliche Treibhausgase aus der Verbrennung fossiler Energieträger gegenüber.

In den zusammenhängenden USA lag der Durchschnitt zwischen 1979 und 1988 bei 7,7 Tagen mit gleichzeitigem Feuerwetter pro Jahr. In den vergangenen zehn Jahren stieg dieser Wert auf 38 Tage, so Yin.

Noch drastischer ist die Entwicklung in der südlichen Hälfte von Südamerika. Dort lag der Durchschnitt von 1979 bis 1988 bei 5,5 Tagen mit gleichzeitigem Feuerwetter pro Jahr; im vergangenen Jahrzehnt stieg er auf 70,6 Tage, darunter 118 Tage allein im Jahr 2023.

Von 14 untersuchten Weltregionen verzeichnete nur Südostasien einen Rückgang solcher Tage. Vermutlich, so Yin, weil es dort feuchter wird.

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