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Dschihadisten des "IS Zentralafrika" bringen wichtigen Hafen in Mosambik in ihre Gewalt

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Dschihadisten des "IS Zentralafrika" bringen wichtigen Hafen in Mosambik in ihre Gewalt
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Im ostafrikanischen Mosambik hat das Militär eine Offensive gestartet, um den wichtigen Hafen Mocimboa da Praia zurückzuerobern.

Islamistische Rebellen hatte den Hafen am Mittwoch unter ihre Gewalt gebracht. Zuvor hatte es tagelange Kämpfe um den Hafen im gasreichen Norden des Landes gegeben.

Der Hafen ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für ein nationales Gasprojekt. Laut einer Militärquelle versenkte eine Granate während des Angriffs am Mittwoch ein Boot, das dem ehemaligen Präsidenten Armando Guebuza gehörte.

Seit Jahren schwelt eine islamistische Rebellion in dem abgelegenen muslimisch geprägten Teil Mosambiks.

Die Dschihadisten mit Verbindung zur Miliz Islamischer Staat haben in den letzten Monaten eine Reihe von Städten eingenommen, mehr als 1.000 Menschen getötet und zehntausende Menschen vertrieben. Es wird von Massakern und Enthauptungen berichtet. Die Zahl der Vertriebenen liegt nach Angaben von vor Ort tätigen Hilfsorganisationen bei über 250.000. Außerdem erschweren die Aufstände die Pläne des Landes zur Erschließung seiner Offshore-Gasreserven.

In der nördlichen Provinz Cabo Delgado haben die selbsternanten "Gotteskrieger" leichtes Spiel, sie treffen auf eine verarmte Bevölkerung und einen schwachen Staat.

Der "IS Zentralafrika" will ein Kalifat errrichten

Der "Islamische Staat Zentralafrika", die der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen ist, hat das erklärte Ziel, in der Region ein Kalifat zu errichten, genauso wie der IS es auf syrisch-irakischem Gebiet vorhatte.

Die Angriffe haben 2017 in Mocimboa da Praia begonnen und sich seitdem auf weite Teile der Provinz Cabo Delgado ausgebreitet. Oft haben die Terroristen nach den Angriffen Bilder von getöteten Soldaten und beschlagnahmten Waffen veröffentlicht.

Der jüngste Angriff auf die Hafenstadt Mocimboa da Praia am Mittwoch war der dritte in diesem Jahr. Nach Angaben des Militärs benutzen die Terroristen die lokale Bevölkerung als Schutzschild.

Das Nachbarland Tansania hat ebenfalls eine Offensive gegen die Dschihadisten in den Wäldern an der Grenze zu Mosambik angekündigt.

Während der Norden Mosambiks überwiegend muslimisch geprägt ist, gehören nach Schätzungen zwischen 17 und 45 Prozent der mosambikanischen Gesamtbevölkerung der muslimischen Glaubensgemeinschaft an.