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Einreise nach Island erst nach 2 negativen Coronavirus-Tests

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Testpflicht am Flughafen
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Noch Ende Juli war von Island als Musterschüler in der Bewältigung der Corona-Krise in der internationalen Presselandschaft die Rede. Der österreichische Standard etwa titelte: „Der Weltmeister im Corona-Management“. CNN bezeichnete das Land als "angenehme Insel der Normalität" inmitten der Corona-Pandemie.

Neue Einreisebeschränkungen als Reaktion auf neue Coronavirus-Fälle

Seit Juli vermeldet das nordeuropäische Land jedoch fast täglich neue Corona-Fälle. Die isländische Regierung hat darauf nun reagiert und verhängt verschärfte Einreiseregeln: Ab Mittwoch sind zwei negative Corona-Tests im Abstand von fünf Tagen notwendig - bis dahin besteht Quarantänepflicht. Bisher gab es für Einreisende aus Deutschland und den skandinavischen Ländern keine Beschränkungen.

Die Regierung verteidigt die neue Regel: „Wir verschärfen die Maßnahmen, um das Risiko weiterer Fälle zu minimieren und uns Raum zu geben, um die Ausbreitung des Virus im Land zu kontrollieren", sagte Premierministerin Katrin Jakobsdottir. Unterstützung kommt von Thorolfur Gudnason, Islands leitendem Epidemiologen:

Ich glaube, dass dies aus epidemiologischer Sicht der beste Weg ist, denn auf diese Weise wurde das Risiko, das Virus wieder im Land zu haben, weitgehend minimiert. Andere Wege waren möglich, aber sie wären risikoreicher gewesen.
Thorolfur Gudnason
Islands Chef Epidemiologe

Island lange Zeit ohne Covid-Fälle

Derzeit gibt es 109 aktive Fälle in Island. Die ersten Fälle seit vier Monaten wurden am 23. Juli gemeldet. In Island gilt derzeit ein Versammlungsverbot für 100 Personen und eine soziale Distanzierungsregel von 2 Metern.

Im Mai erklärte die Premierministerin in einem Fernsehinterview, welche Strategie der nordeuropäische Staat zur Eindämmung des Virus auf der Insel fährt:

Die Ministerpräsidentin Islands erklärt die Covid-Strategie

Dabei schien Island ab dem Frühjahr das Infektionsgeschehen lange unter Kontrolle zu haben. Islands reagierte schnell auf die ersten Fälle Anfangs des Jahres und isolierte rigoros potenziell Infizierten. Die Verbreitung war über Wochen eingedämmt.

Island wurde für seinen Umgang mit der Krise gelobt. Die Regierung stellte Tests im ganzen Land zur Verfügung, schloss die Grenzen und führte Beschränkungen ein. Im Sommer hob die Regierung dann Beschränkungen auf und lockerte.

Die Suche nach dem Schuldigen

Jetzt ist im Land auch eine Debatte über die Schuldigen für den Anstieg der Covid-Fälle entfacht. Fast zwei Drittel der neuen Infizierten sind unter 40 Jahre alt. Der Chef-Epidemiologe sagt: „Es ist immer schwierig, junge Menschen zu erreichen und sie zum Mitspielen zu bewegen. Ich denke, dass wir vielleicht nicht erfolgreich waren oder es vielleicht nicht hart genug versucht haben, aber wir suchen nach verschiedenen Möglichkeiten, sie zu erreichen.

Auch mit Massentests im Inland versucht die isländische Regierung nun wieder an bessere Zeiten anzuknüpfen - in der Hoffnung wieder zum Musterschüler Europas in der Corona-Bewältigung zu werden.