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Nach Hagia Sophia: auch Chora-Museum wird Moschee

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Wandbild in der ehemaligen Kirche, die dann zum Museum wurde und nun erneut zur Moschee
Wandbild in der ehemaligen Kirche, die dann zum Museum wurde und nun erneut zur Moschee   -   Copyright  AFP
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Im Juli hatte die Umwandlung des Museums Hagia Sophia in eine Moschee für internationale Kritik gesorgt. Nun hat Präsident Recep Tayyip Erdogan per Dekret nachgelegt und ein weiteres Museum in Istanbul für das muslimische Gebet geöffnet. Wie die Hagia Sophia auch war der Chora-Bau über Jahrhunderte als Kirche genutzt worden.

Die türkische Regierung hat ein weiteres Museum in eine Moschee umgewandelt. Die ehemalige Chora-Kirche war seit 1945 ein Museum. Nun hat Präsident Recep Tayyip Erdogan das Gebäude für das muslimische Gebet geöffnet. Die Entscheidung wurde per Dekret durchgesetzt. Vom 11. bis 16. Jahrhundert diente der Sakralbau als orthodoxe Kirche und wurde später als Moschee genutzt.

Griechische Regierung entsetzt

Das griechische Außenministerium wertet die Umwandlung als "eine weitere Provokation, gerichtet gegen gläubige Menschen und gegen die internationale Gemeinschaft". Die Türkei verletze ihre Verpflichtungen gegenüber dem kulturellen Erbe auf ihrem Staatsgebiet. Die griechische Regierung fordere die Türkei auf, die Entscheidung zurückzunehmen.

Erst im Juli war das Museum Hagia Sophia, eines der Wahrzeichen Istanbuls, zur Moschee erklärt worden. Präsident Erdogan trug während eines Freitagebets selbst einige Koranverse vor.

EU: Türkei zu Respekt verpflichtet

Auch in Brüssel regt sich Widerstand gegen die Entscheidung Erdogans. Eine außenpolitische Sprecherin der Europäischen Kommission stellte klar:

"Wie die Hagia Sophia auch ist das Chora-Gebäude Teil des UNESCO-Welterbes. Die Türkei ist Gründungsmitglied der Alliance of Civilizations und hat sich so dem interkulturellen und interreligiösen Dialog und der Toleranz verpflichtet."