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Erdoğan: „Hagia Sophia ist zu ihrem Ursprung zurückgekehrt“

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Ein Mann betrachtet das Innere der Hagia Sophia
Ein Mann betrachtet das Innere der Hagia Sophia   -   Copyright  OZAN KOSE/AFP
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Rund 1000 Gläubige waren in der Istanbuler Hagia Sophia dabei, viele weitere nahmen außerhalb des Bauwerks an dem Freitagsgebet teil. Vor zwei Wochen hatte das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei eine Entscheidung aus dem Jahr 1934 aufgehoben, in deren Folge die Hagia Sophia als Museum genutzt wurde. Jetzt ist sie wieder eine Moschee.

„Kulturelles Erbe für die gesamte Menschheit“

Präsident Recep Tayyip Erdoğan, für den die Rückumwandlung des Gebäudes in eine Moschee eine Herzensangelegenheit war, nahm ebenfalls an den Gebeten teil. Er hatte sich mit seiner Ehefrau und mit Regierungsmitgliedern bereits am Vortag ein Bild von den Vorbereitungen gemacht.

„Die Hagia Sophia ist zu ihrem Ursprung zurückgekehrt. Sie war eine Moschee und ist es jetzt wieder. So Gott will, wird sie allen Gläubigen als Moschee dienen. Die Hagia Sophia wird ein kulturelles Erbe für die gesamte Menschheit sein - und ein Ort, den Menschen aller Glaubensrichtungen besuchen können“, so Erdoğan.

Geleitet wurden die ersten Gebete in der Hagia Sophia seit 1934 vom höchsten türkischen sunnitischen Geistlichen, Ali Erbas.

„Das ist ein Augenblick, von dem wir unseren Enkelkindern erzählen können. Das ist ein Ereignis, für uns und die Welt ein ganz wichtiger Schritt nach vorn. Ich bin um 6 Uhr aufgestanden, um herzukommen. Die Türken haben mit allem Erfolg und auch hiermit werden wir Erfolg haben“, sagt eine Frau.

Und ein Mann berichtet: „Das war eine große Feier. Man kann das alles gar nicht beschreiben, das musste man miterleben. Wir sind diejenigen, die dabei waren, als Geschichte geschrieben wurde. Ich hätte gerne meine Kinder mitgenommen, aber das ging wegen der Umstände nicht. Die Hagia Sophia ist jetzt ein Ort, an dem alle Herzen gleichzeitig schlagen."

Die im 6. Jahrhundert erbaute Hagia Sophia war erst jahrhundertelang eine Kirche, dann von 1453 bis 1934 eine Moschee, ehe sie unter Atatürk in ein Museum umgewandelt wurde. Dieser Schritt sei jedoch nicht rechtens gewesen, urteilte das Verwaltungsgericht vor zwei Wochen.