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Anhörung der Opfer von Christchurch - "Er schoss neun Mal auf mich"

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Anhörung der Opfer von Christchurch - "Er schoss neun Mal auf mich"
Copyright  John Kirk-Anderson/AP
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Der Attentäter von Christchruch in Neuseeland wollte ursprünglich noch eine dritte Moschee angreifen. Das wurde am Montag bei der Verhandlung über das Strafmaß für den Attentäter bekannt.

Im März 2019 hatte der Rechtsextreme Brenton Tarrant 51 Menschen in zwei Moscheen erschossen. 50 weitere Menschen wurden verletzt, teilweise lebensgefährlich. Die Tat übertrug er per Helmkamera im Internet.

Am ersten Anhörungstag hatten Überlebende und Angehörige der Opfer das Wort. Es wurden teils hochemotionale Erklärungen vorgetragen. Für viele Opfer war es die erste Begegnung mit dem Angeklagten nach der Tat.

Gleichzeitig kamen während der Anhörung immer mehr verstörende Details ans Licht. So wurde bekannt, dass der Angeklagte ursprünglich noch eine weitere Moschee angreifen wollte. Danach wollte der alle Moscheen niederbrennen.

Temel Atacocugu wurde von neun Kugeln getroffen und überlebte. Bis heute lebt er mit starken Schmerzen und Einschränkungen.

"Der Schütze und ich, wir schauten uns in die Augen. Ich sah den Moment, in dem ich das Ziel seiner Waffe wurde. Er schoss nun Mal auf mich."

Tarrant hat sich bereits in allen Anklagepunkten für schuldig bekannt - 51 Morde, 40 versuchte Morde sowie Terrorismus. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe ohne Bewährung - eine Strafe, die noch nie zuvor in Neuseeland verhängt wurde. Eine Verurteilun wegen Terrorismus hat es in dem Land ebenfalls noch nie gegeben.

Janna Ezat hat ihren Sohn Hussein Al-Umari bei dem Anschlag verloren:

"Er hat mir immer Blumen zu meinem Geburtstag geschenkt, aber stattdessen bekam ich seine Leiche. Ich habe beschlossen, Ihnen zu vergeben Mr. Tarrant, denn ich empfinde keinen Hass und keine Rache."

Maysoon Salama ist die Mutter des Opfers Atta Elayyan:

"Sie haben ganz Neuseeland terrorisiert und die ganze Welt in Trauer versetzt. Sie haben ihre eigene Menschlichkeit getötet. Ich glaube nicht, dass die Welt Ihnen Ihr schreckliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit je verzeihen wird."

Während der gesamten Anhörung hatte der 29-Jährige, der sich vor Gericht selbst vertritt, wenig Emotionen gezeigt.

Bis Donnerstag wollen mehr als 60 Menschen das Wort ergreifen. Dann will der Richter das Urteil verkünden.