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Trophäenjagd: Das Wallis will keine ausländischen Schießtouristen mehr

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Jagdtrophäe
Jagdtrophäe   -   Copyright  AFP / Videostandbild
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Im Schweizer Kanton Wallis ist Ausländern ab dem kommenden Jahr das Jagen von Steinwild untersagt. Einheimische dürfen weiterhin schießen. Durch das Erwerben von Schießbewilligungen zur Trophäenjagd spülten Ausländer jährlich mehr als 600 000 Franken in die Kantonskasse. Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte das Schießen der Tiere durch Freizeitjäger für hitzige Meinungsverschiedenheiten gesorgt.

Alte Männchen: Wichtig für die Fortpflanzung oder nicht?

Jeremy Savioz vom Naturschutzverein Pro Natura meint: „Die Trophäenjagd entstammt einer anderen Zeit und erinnert an eine Safari. Diese Jagd ist aus ethischer Sicht umstritten, weil man aus unserem Wildtierbestand ein Geschäft macht, und es gibt da verschiedene Grauzonen. Und das ist ein Vorgehen, das auch biologisch schwierig ist, weil man die alten Männchen angreift, die wichtig für die Fortpflanzung sind und für das Überleben des Steinbockbestandes sorgen.“

Narcisse Seppey, ehemaliger Leiter der Walliser Dienststelle für Jagd und Fischerei, sagt: „Zunächst einmal handelte es sich um Tiere, die im folgenden Jahr oder im Jahr darauf sterben würden. Man hatte nur das Recht, solche Tiere zu jagen. (...) Ich entspreche als 77-Jähriger einem elfjährigen Steinbock. Ich bin in keiner Weise mehr für die Fortpflanzung entscheidend. Ich verstehe das also nicht. Und ich habe in den Bergen oft gesehen, wie nicht nur bei Gämsen, sondern auch bei Steinböcken und anderen Arten alte Tiere von den jungen angegriffen wurden.“

In diesem Jahr wurden rund 540 Tiere im Wallis zum Abschuss freigegeben. Aber nicht alle wurden oder werden von ausländischen Schießtouristen zur Strecke gebracht, 320 werden von der zuständigen Jägerschaft zwecks Bestandspflege geschossen.