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Zurück zum Lockdown? Bordeaux verschärft Corona-Regeln

Strandbesucher zu Corona-Zeiten in La Grande Motte, Südfrankreich, 24.Mai 2020
Strandbesucher zu Corona-Zeiten in La Grande Motte, Südfrankreich, 24.Mai 2020   -   Copyright  Daniel Cole/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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In Bordeaux, im französischen Département Gironde, haben die Behörden eine erneute Verschärfung der Corona-Regeln angekündigt. Auf einer Pressekonferenz erklärte der Präfektin Fabienne Buccio, dass damit "auf die derzeitige Entwicklung der sanitären Situation in der Metropole Bordeaux reagiert werde".

Maßnahmen, die den Franzosen bereits aus der ersten Phase des "Deconfinement", also der langsamen Lockerung nach dem Lockdown im Frühjahr bekannt sein dürften, werden wieder eingeführt.

Hochzeiten lieber verschieben

Dazu gehört, dass private Feiern auf maximal zehn Personen beschränkt werden. Das gilt auch dann, wenn sie im Freien stattfinden, etwa in öffentlichen Parks oder am Flussufer. Familien sollten von ausschweifenden Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern Abstand nehmen, es dürfen zukünftig nicht mehr als zehn Gäste kommen. "Es geht nicht darum, Hochzeiten zu streichen, sondern sie zu verschieben", sagte Fabienne Buccio, die ebenfalls forderte, verstärkt auf Arbeit im Homeoffice zu setzen.

Auch für Sportveranstaltungen gelten im Département bereits Einschränkungen. Die Zahl der Zuschauer wird von 5.000 auf 1.000 reduziert. Schulausflüge, Studenten- und andere Tanzpartys werden ausgesetzt. Der Konsum von Alkohol auf Plätzen und stehend, beispielsweise in Bars ist ab sofort untersagt.

Die Interimsdirektorin der Gesundheitsbehörde (Agence Régionale de Santé) der Region Nouvelle Aquitaine, Hélène Junqua, wies darauf hin, dass die Inzidenzrate in der Gironde zuletzt bei mehr als 158 Fällen pro 100.000 Einwohner lag.

"Alle Signale auf rot" - Situation sehr ernst

"Alle Signale stehen auf rot", erklärte Yann Bubien, Direktor des Universitätskrankenhauses Bordeaux, auf derselben Pressekonferenz, "die Situation ist nicht alarmierend, sondern besorgniserregend". Im Universitätskrankenhaus werden derzeit 77 Corona-Patienten behandelt, 24 von ihnen müssen intensivmedizinisch betreut werden. Besonders in den vergangenen 10 Tagen hat die Zahl stark zugenommen.

Die Situation sei ernst - dafür müsse man das Bewusstsein der Bevölkerung schärfen und notfalls noch strengere Regeln einführen, so Präfektin Buccio. Der nun veröffentliche Plan werde in 2-3 Wochen re-evaluiert und dann entsprechend angepasst.

Für die Umsetzung der neuen Regeln verlässt sich die Präfektin auf die Polizei. Zusätzlich werde man die Hilfe der Gendarmerie in Anspruch nehmen.