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Verdächtiger in Paris glaubte, er greife Charlie-Hebdo-Journalisten an

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Eine bei dem Angriff verletzte Person wird behandelt
Eine bei dem Angriff verletzte Person wird behandelt   -   Copyright  AFP PHOTO / DAVID COHEN
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Der 18-Jährige, der in Verdacht steht, in Paris zwei Angestellte einer Nachrichtenagentur mit einem Messer verletzt zu haben, ist nicht wegen Radikalisierung polizeibekannt. Der aus Pakistan stammende Mann lebt seit drei Jahren in Frankreich, melden französische Medien. Im Laufe der bisherigen Ermittlungen wurden weitere Männer festgenommen, deren Verbindungen zum Hauptverdächtigen untersucht werden.

Wie die Zeitung LE PARISIEN berichtet, glaubte der Verdächtige Ali H., er greife Journalisten von "Charlie Hebdo" an. Er sei wütend über die Wiederveröffentlichung der Mohammed-Karikaturen gewesen.

Die Staatsanwaltschaft hat sich der Sache wegen Terrorismus angenommen
Gérald Darmanin
französischer Innenminister

Der französische Innenminister Gérald Darmanin sagte gegenüber dem Sender France 2: „Offensichtlich handelt es sich um einen Akt islamistischen Terrorismus. Die Staatsanwaltschaft hat sich der Sache wegen Terrorismus angenommen. Es geschah in der Straße, in der Charlie Hebdo angesiedelt war. Die Vorgehensweise ist die islamistischer Terroristen. Es gibt kaum Zweifel, dass es sich um einen weiteren blutigen Angriff in unserem Land gegen Journalisten handelt.“

Tatort vor dem ehemaligen Redaktionsgebäude von Charlie Hebdo

Die Tat ereignete sich vor dem Gebäude, in dem sich die Redaktion von Charlie Hebdo befand. Bei einem Angriff auf die Räume der Satirezeitschrift wurden im Januar 2015 zwölf Menschen getötet. Seitdem befindet sich der Redaktionssitz an einem geheimen Ort.

Seit Anfang September finden in Paris die Gerichtsverhandlungen gegen mutmaßliche Unterstützer der Attentäter vom Januar 2015 statt.

Caty Richard, eine Anwältin der Nebenklage, sagt: „An diesem Ort, an dem bereits Blut geflossen ist, ist es jetzt wieder geschehen. Wir sind alle bestürzt. Ich bin erschüttert und ärgerlich. Natürlich fragt man sich: Wann wird das aufhören?"

Die Redaktion von Charlie Hebdo sprach ihren Kollegen und früheren Nachbarn ihre Unterstützung aus und nannte die Tat abscheulich. „Dieser tragische Vorfall zeigt erneut, dass Fanatismus, Intoleranz (...) immer noch in der französischen Gesellschaft vorhanden sind", hieß es in einer Stellungnahme der Zeitschrift.