Eilmeldung
This content is not available in your region

Innenminister sieht Attacke von Paris als "islamistischen Terror"

Nach der Attacke in Paris
Nach der Attacke in Paris   -   Copyright  Thibault Camus/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
Schriftgrösse Aa Aa

In Paris hat es an diesem Freitag im 11. Arrondissement einen Messerangriff gegeben, bei dem zwei Personen schwer verletzt wurden. Inzwischen wurde eine Anti-Terror-Einheit mit den Ermittlungen betraut.

Zunächst wurden zwei Männer festgenommen - einer hatte das blutige Hackebeil bei sich. Die Polizei setzte ihn bei der Metro Richard Lenoir fest. Zuvor war ein weiterer Mann bei Bastille-Oper festgenommen worden. Er hatte Blutspuren an seiner Kleidung.

Später gab es noch fünr weitere Festnahmen.

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin erklärte im Fernsehsender F2: "Es kann kaum Zweifel daran bestehen, dass dies ein weiterer blutiger Angriff auf unser Land ist. Es handelt sich eindeutig um einen Akt des islamistischen Terrorismus".

Der Innenminister bestätigte, dass es sich bei dem Angreifer um einen Mann handelte, der vor drei Jahren aus Pakistan nach Frankreich gekommen sei.

Ein Mann und eine Frau schwer verletzt

Verletzt wurden ein Mann und eine Frau, die bei der Produktionsfirma für Dokumentarfilme "Premières lignes" arbeiten. Eine Kollegin der beiden Verletzten berichtet: "Zwei Kollegen haben auf der Straße eine Zigarette geraucht. Ich habe Schreie gehört. Ich bin zum Fenster gegangen und habe gesehen, wie einer meiner Kollegen blutbefleckt von einem Mann mit einer Machete auf der Straße verfolgt wurde. Wir wissen, dass unsere beiden Kollegen verletzt sind, aber mehr wissen wir im Moment nicht..."

Laut Medienberichten befinden sich die Verletzten in einem kritischen Zustand. Der Angriff fand vor den ehemaligen Redaktionsräumen der Satirezeitschrift CHARLIE HEBDO statt, auf die 2015 ein Anschlag verübt worden war.

euronews grafik
Tatorteuronews grafik

Die Adresse der neuen Redaktionsräume von CHARLIE HEBDO ist geheim. Die Zeitschrift hatte zum Prozesauftakt am 2. September 2020 erneut die umstrittenen Mohammed-Karikaturen veröffentlicht.

Die Redaktione von CHARLIE HEBDO sprach per Twitter ihre Unterstützung und Solidarität mit den Opfern aus.

Im Innenministerium Place Beauveau in Paris wurde ein Krisenstab eingerichtet. Regierungschef Jean Castex, der den Angriff bestätigte, wollte sich laut Twitter-Mitteilung dorthin begeben.

Zunächst war von vier Verletzten die Rede gewesen. Diese Angaben wurden später korrigiert.

Jetzt ist es an der Zeit, das die Regierung der Republik Frankreich an ihr unerschütterliches Bekenntnis zur Pressefreiheit erinnert, an ihre Entschlossenheit, den Terrorismus mit allen Mitteln zu bekämpfen und der Nation unsere volle Aufmerksamkeit zu versichern.
Jean Castex
Französischer Premierminister

Prozess zum Anschlag 2015 hat am 2. September begonnen

Bei dem Anschlag auf CHARLIE HEBDO am 7. Januar 2015 wurden 12 Menschen - darunter mehrere Karikaturisten und Journalisten - getötet und elf Personen weitere verletzt.

Vor vier Wochen hat in der französischen Hauptstadt der Prozess gegen die mutmaßlichen Hintermänner dieses Anschlags begonnen. Die Angreifer waren 2015 erschossen worden.

Tausende Schülerinnen und Schüler im Zentrum von Paris durften die Klassenräume - stundenlang nicht verlassen.

Erst gegen 15 Uhr wurde Entwarnung gegeben. Die Präfektur der französischen Hauptstadt gab bekannt, dass die Sicherheitsmaßnahmen aufgehoben worden seien.

Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert

Bei den Anschlägen starben mehr als 250 Menschen. Castex wies in diesem Zusammenhang auch auf den laufenden Terrorismusprozess um die blutigen Attacke auf die Redaktion von Charlie Hebdo im Januar 2015 hin, bei dem seit Monatsbeginn elf Angeklagte in Paris vor Gericht stehen. Als der Prozess begann, veröffentlichte «Charlie Hebdo» erneut Mohammed-Karikaturen, die Redaktion wurde erneut bedroht. In einem offenen Brief hatten sich rund hundert französische Medien hinter das Satiremagazin gestellt und die Menschen im Land aufgefordert, sich für die Meinungsfreiheit stark zu machen.