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Krawalle in Champigny-sur-Marne: Polizei protestiert gegen Angriffe mit Feuerwerkskörpern

Polizisten protestieren in Champigny-sur-Marne
Polizisten protestieren in Champigny-sur-Marne   -   Copyright  MARTIN BUREAU/AFP
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An diesem Montag haben vor der Polizeiwache in Champigny-sur-Marne im Osten von Paris zahlreiche Polizistinnen und Polizisten protestiert. Sie hatten Zielscheiben dabei, die normalerweise für Schiessübungen benutzt werden. Denn die Beamten fühlen sich selbst als solche - als Zielscheiben der Wut.

Am Sonntag war Innenminister Gérald Darmanin nach Champigny-sur-Marne gekommen. Er sprach von einem "Krieg ums Territorium" und von "Angriffen auf die Symbole der Republik". Am Donnerstag empfängt Präsident Emmanuel Macron Vertreter der Polizeigewerkschaften.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatten etwa 40 Personen Feuerwerkskörper auf die Polizeiwache im Problemviertel Bois-l’Abbé geworfen, Fenster eingeschlagen und mehrere Polizeifahrzeuge demoliert. Die Polizisten beklagten auch, dass kaum jemand vor Ort gewesen sei, um die Polizeiwache zu verteidigen, denn die Kräfte seien reduziert worden.

Seit den Gelbwestenprotesten vom vergangenen Jahr beklagen französische Polizisten, dass sie vermehrt angegriffen werden. Viele von ihnen häufen ständig Überstunden an - und ihre Arbeit ist in der Pandemie mit Maskenpflicht an vielen öffentlichen Orten nicht einfacher geworden.

GEOFFROY VAN DER HASSELT/AFP or licensors
Demoliertes Auto vor der Polizeiwache in Champigny-sur-MarneGEOFFROY VAN DER HASSELT/AFP or licensors

Die Polizeigewerkschaften beklagen auch, dass vermehrt pyrotechnische Geräte, die von Fachleuten zum Antrieb von Feuerwerkskörpern verwendet werden, für Angriffe auf die Polizei eingesetzt werden. Schon im Juli wurden drei Polizeistationen im Großraum Paris damit angegriffen. Im August, nach der Niederlage von Paris St Germain im Champions-League-Finale warfen enttäuschte Hooligans Feuerwerkskörper auf die Polizei.

Die Gesetzgebung wurde vor kurzem geändert, so dass gewöhnliche Bürger besonders stark explodierene Feuerwerkskörper nicht ohne Genehmigung kaufen können. Aber es gibt sie immer noch im Internet.